Vor fast genau einem Jahr hatte ich DePedro live in Köln gesehen, gestern war ein anderer Künstler aus dem Umfeld von Calexico zu Gast: Sam Beam alias Iron & Wine. Während DePedro sich noch mit dem kleinen Yard Club, einem Nebenraum der “Kantine” am Rande der Stadt begnügen musste, durfte Iron & Wine in den schönsten Saal, den Köln zu bieten hat: das ehemalige Kino Gloria, mitten in der Innenstadt gelegen. Der Raum war gut gefüllt, wenn nicht sogar ausverkauft. Man merkt eben doch, wenn einer mal zwei kleinere Hits hatte, weil seine Songs in Soundtracks aufgenommen wurden: “Such Great Heights”, eine Coverversion, in “Garden State”, und “Flightless Bird, American Mouth” in einem der berüchtigten Twilight-Filme.
Twilight-Fans waren gestern aber keine zu erkennen, stattdessen das übliche Indie-Publikum, vielleicht im Schnitt ein bisschen weiblicher als bei anderen Bands. Ist halt doch ein Kuschelmusiker, quasi der musikpolitisch korrekte Damian Rice.
Beam begann das Konzert in kleiner Besetzung: nur er mit Gitarre, ein Mandolinist, ein Keyboarder und eine Backgroundsängerin. Mit dieser Combo gab er gleich zum Auftakt eine zarte Version von “He Lays In The Reins”, des bekanntesten Stücks, mit Calxico aufgenommen und auf CD fast pathetisch.
Nach vier Stücken ergänzten dann vier weitere Musiker die Band und spazierten quer durch die alten und neuen Platten von Iron & Wine.
Die Interpretationen waren mal funkig, mal psychedelisch, mal traurig, aber immer präzise und vor allem zutiefst musikalisch und emotional. Sam Beam ist einfach ein toller Musiker, er hat eine gute Band um sich versammelt und er versteht es, einen Saal völlig ohne Worte für sich einzunehmen.
Ein einfach nur schönes Konzert, nicht weltverändernd, aber herzerwärmend. (Setlist)
[UPDATE am 14.02. mit weiteren Videos des Kölner Konzerts]

























