20 Years after, eine persönliche Konzerthistorie, heute: BAP 1986

Vom supatyp inspiriert, der vorgestern eine alte Eintrittskarte zu The Who eingescannt hatte, habe ich mir, quasi als aktive Entspannung, heute die Zeit damit vertrieben, alle meine aufgehobenen Konzertkarten der letzten 20 Jahre zu fotografieren und zu flickrn. Genau genommen müsste ich noch fünf Tage warten, bis es auf den Tag 20 Jahre sind, seit ich auf mein erstes Konzert ging, aber die fünf will ich heute mal gerade sein lassen.

In Sachen Konzerte war ich Spätzünder, schließlich war ich beim ersten Düsseldorfer Open-Air-Festival im Jahr 1986 immerhin schon 17 Jahre alt. Zusammen mit zwei Freunden ließ ich mich von einer deren Mütter gegen Mittag zum Flinger Broich fahren, wo die Veranstaltung im Stammstadion von Fortuna Düsseldorf stieg. Dass ausgerechnet BAP die Headliner waren, passt auch im Rückblick hervorragend zu meiner korrekten, nämlich rechtsrheinischen und sogar domstädtischen Geburt. Und man darf nicht vergessen, dass BAP zwar auch damals keine Avantgarde, aber doch immer noch eine ganz okaye Band waren. Erst 1986 kam „Ahl Männer, aalglatt“ raus, mit der der unaufhaltsame und steile Abstieg der Band begann.

Wir werden zwar im Verlauf der geplanten weiteren Besprechung meiner Konzerthistorie feststellen müssen, dass ich fünf Jahre später noch mal ein BAP-Konzert besuchte, wofür ich aber mildernde Umstände geltend machen werde. Mehr dazu demnächst.

Ebenfalls wegweisend war, dass die einzige andere Band, an deren Auftritt auf dem Festival ich mich erinnern kann, Katrina & The Waves waren. Und damals war mir noch nicht einmal bewusst, dass ich schon Grand-Prix-Fan war und die Band elf Jahre später den Grand Prix gewinnen sollte.

Weitere Bedeutung für die Musikgeschichte hatte das Konzert allerdings nicht, und ganz allgemein an ein zweites Düsseldorfer Open-Air-Festival kann ich mich auch nicht erinnern. Aber immerhin begann hier meine hoffnungsvolle, wenn auch von zahlreichen Schwankungen geprägte Konzertgängerkarriere.

Die 28 DM Eintritt waren für mich damals natürlich eine Menge Geld, der Gegenwert von knapp drei gegebenen Nachhilfestunden. Wobei man hinzufügen muss, dass mein einer Schüler ein strohdoofer, 14-jähriger, lustloser Schnösel war, der mich jede 10 Mark hart verdienen ließ. Die andere Schülerin war die zwar aufgetakelte, aber trotzdem sehr nette 15-jährige kleine Schwester einer Stufengenossin. Das Geld für ihre Nachhilfestunden war zwar rein fachlich mindestens genauso hart verdient, aber immerhin war sie jung und hübsch und ihre Eltern bezahlten mich dafür, dass sie mir beim Schlaumeiern zuhörte.

Ich habe mich nie getraut, sie zu fragen, wie sie ihre linke Hand verloren hatte und habe immer versucht, ganz selbstverständlich weiterzureden, wenn sie die Füllerkappe zwischen Daumen und Zeigefinger ihrer Prothese steckte. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Open Air Festival '86 mit BAP

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2 Gedanken zu “20 Years after, eine persönliche Konzerthistorie, heute: BAP 1986

  1. hallo, ich war auch da:-) habe dort Poffertjes (kleine Apfelpfannkuchen) verkauft und mich furchtbar erkältet – ich glaube, das Wetter war sehr schlecht…weißt Du noch, wer die weiteren Gäste waren?

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