Kurz reingeschaut: "The Weather Man" von Gore Verbinski

Irgendwie hat Gore Verbinski eine seltsame, fast anlauflose Filmografie: Nach einem Kurzfilm und einer eher untergegangenen Komödie drehte er „The Mexican“, eine meiner Ansicht nach unterschätzte Krimikomödie, in der Brad Pitt in Mexiko eine wertvolle Pistole sucht und Julia Roberts die eigentlichen Gangster in Schach hält. Es folgte „The Ring“: gruselig bis zum geht nicht mehr und ein Meisterwerk, wäre es kein Remake. Dann kam der erste Teil von „Piraten der Karibik“.

Aber bevor der zweite und dritte Teil anstanden, nahm sich Gore Zeit für einen weiteren „The“-Movie: „The Weather Man„. Und der stand gestern bei mir auf dem DVD-Programm.

Nicholas Cage spielt den „Weather Man“ Dave Spritz: Einen lokalen Wetteransager, der davon träumt, eines Tages das Wetter bei „Hello America“ zu moderieren. Im Grunde ist Spritz mit seinem Leben zutiefst unglücklich: Seine Frau lebt mit seinen Kindern mit einem anderen Mann zusammen, den er verachtet und als „Dildo“ beschimpft. Seine 12-jährige Tochter ist übergewichtig udn wird in der Schule verspottet, sein pubertierender Sohn bandelt mit einem Pädophilen an. Spritz Vater, ein einst erfolgreicher Schriftsteller, wird bald sterben und sieht herab auf das lächerliche Leben seines Sohns. Schlussendlich hassen ihn auch einige TV-Zuschauer so sehr, dass sie regelmäßig auf offener Straße mit Fast Food nach ihm werfen.

Der Film entwickelt in schönem, filmischen wie erzählerischen Mid Key, den Versuch der Selbstfindung von Dave Spritz. Das hat stilistisch und thematisch viel von One Hour Photo, ohne allerdings eine vergleichbar intensive Handlung. Die Bilder bleiben in blassen, grauen und grünen Pastelltönen, die Einstellungen sind ruhig, genauso wie die erzählten Ereignisse. Alles scheint unausweichlich, immer weiter reißt es Spritz abwärts im großen Strudel des Lebens, und lediglich sein zufällig entdecktes Hobby gibt ihm Halt: Bogenschießen. Alles läuft auf eine Katastrophe hinaus.

„The Weather Man“ ist ein gelassener, trauriger, aber doch auch lebensweiser Film, der an einigen Stellen klar macht, warum die Piraten der Karibik so erfolgreich werden konnten: Ein Regisseur, der „The Weather Man“ drehen kann, hat die nötige Tiefe, um auch einen Blockbuster nicht zum Vollklamauk verkommen zu lassen.

„The Weather Man“ ist ein prima Film für einen ruhigen Winterabend!

Advertisements

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s