Fight for your right to fight

Vielleicht gerät die Erkenntnis, dass Streit hilfreich ist, um Positionen zu erkennen und zu finden, langsam mal ins Bewusstsein einer Öffentlichkeit, die von Talkshows („Ey, ist halt meine Meinung“) und Podiumsdiskussionenmonologen so auf vermeintlich zivilisierte Konsensgespräche getrimmt ist, dass Widerspruch als terroristisches Mittel verstanden wird, wenigstens aber als persönliche Attacke:

Doch genau diese Details ermöglichen erst eine aufschlussreiche Diskussion. So bleibt es wieder einmal bei einem schlichten Austausch der Wahlprogramme und die Sendung gerät unnötig fade. Immer wenn Koch und Ypsilanti auf einen ernsthaften Konflikt zusteuern, fährt ein Moderator dazwischen. „Herr Koch führt mit einer Minute. Jetzt ist Frau Ypsilanti dran“, heißt es dann. Oder: „Wir müssen leider zum nächsten Thema, sonst schaffen wir das nicht mehr.“ Eine abstruse Grundlage für ein politisches Streitgespräch.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,529809,00.html

Mir war auch unangenehm aufgefallen, wie Roland Koch ungeniert irgendwelche Zahlen präsentierte, deren Richtigstellung Andrea Ypsilanti dann mit dem Hinweis untersagt wurde, dass Herr Koch ja ausreden müsse oder dass das jetzt zu sehr ins Detail ginge.

Warum stelle ich denn Menschen ins Fernsehen? Damit auch Zeitungsmuffel die Standpunkte der Parteien mitbekommen? Oder um ein interessantes, erhellendes Gespräch zu bekommen, das allen Zuschauern einen Erkenntnisgewinn bietet?

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