Kurz reingeschaut: "My Blueberry Nights" von Wong Kar-wai

Norah Jones ist jetzt also auch Schauspielerin. In Wong Kar-wais neuestem Film „My Blueberry Nights“ spielt sie Elizabeth. Elizabeth ist von ihrem Freund für eine andere verlassen worden. Sie kehrt abends in ihr Stammcafe ein, hinterlässt ihrem Ex den Wohnungsschlüssel beim Barkeeper, freundet sich mit dem an und begibt sich dann plötzlich auf eine Odyssee durch verschiedene Städte der USA, um als Kellnerin Geld für ein Auto zusammen zu bekommen und vor ihrem Unglück zu flüchten.

Won Kar-wai drehte seinen ersten amerikanischen Film im gewohnten Stil: expressive, körnige Bilder mit starken Farben, eine ruhig erzählte Geschichte. Norah Jones als Debutante zu wählen ist natürlich ein cleverer Marketingschachzug. Und tatsächlich stellt sie sich bei der Darstellung der vom Leben tief erschütterten Elizabeth auch nicht schlecht an. Wenn später im Film allerdings Rachel Weisz und Natile Portman ihre Auftritte haben, dann fragt man sich schon, ob nicht auch Ms. Jones mehr als einen Gesichtsausdruck in den Film hätte investieren können?

Die Geschichte fließt vor sich hin wie ein langer, ruhiger Fluß. Den Vorwurf der Langatmigkeit, der dem Film gemacht wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Eigentlich passiert ständig etwas, und die teilweise langen Einstellungen transportieren viel Gefühl und Stimmung. Letztlich entsteht ein stimmiges Bild von Elizabeth, wie sie sich vor der Welt verschließt, obwohl sie gerade in der Folge mit erschütternden Schicksalen konfrontiert wird. Das Ende kam mir dann allerdings etwas zu vorhersehbar und hollywoodesk. Die letzten drei Szenen weggelassen, und der Film hätte sich ein IMDB-Sternchen mehr verdient.

Dennoch ein lohnendes Kinoerlebnis für einen ruhigen, nieseligen Freitagabend, und keineswegs nur ein Mädchenfilm.

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