Alter Herzberg in neuen Meldungen

Richtige Dinge kann man gar nicht oft genug sagen. Allerdings ist es ein bisschen doof, wenn man sie als heiße, neue Erkenntnis verkauft:

Nicht hohe Bonuszahlungen und Aufstiegschancen motivieren deutsche Arbeitnehmer zu guten Leistungen, sondern – Respekt und Anerkennung. Der höfliche Umgang miteinander und die Wertschätzung der Arbeit durch den Vorgesetzten haben in Deutschland die höchste Bedeutung für das Engagement der Beschäftigten. Zu diesem Ergebnis kommen Studien der Unternehmensberatung Mercer, die in 22 Ländern etwa 20.000 Berufstätige befragt hat.

„Motivationsaspekte wie ein gutes Betriebsklima und die Sinnhaltigkeit der eigen Arbeit werden für viele Mitarbeiter immer wichtiger“, sagt Dagmar Wilbs, die den Bereich Personal-Management bei Mercer Deutschland leitet und damit die Untersuchung in Deutschland betreut hat. „Mitarbeiter fragen sich zunehmend, wie wichtig der Beitrag ihrer Arbeit für die Firma ist. Sie wünschen sich Anerkennung“, betont sie.

Die Befragung erklärt nicht, warum bestimmte Aspekte von den Beschäftigten als besonders wichtig für deren Motivation genannt wurden. Möglich sei, so Fachfrau Wilbs, dass der auf nackte Zahlen ausgerichtete Umgangston der jüngsten Vergangenheit ein Grund dafür ist, dass hierzulande der Wunsch nach Wertschätzung an erster Stelle steht.

Nun vielleicht muss man nicht jedesmal neu erklären, was seit wenigstens 40 Jahren bekannt ist. Frederick Herzberg fand nämlich bereits 1968 empirisch heraus, dass der Top-2-, Top-3- und Top-5-Motivator von Angestellten sind: „Recognition“, „Work Itself“ und „Advancement“.

Gehalt war übrigens auch bei Herzberg schon ein Hygienefaktor: Es muss innerbetrieblich gerecht verteilt sein und eine gewisse Höhe haben, um nicht zu demotivieren. Oberhalb dieser Höhe trägt es aber auch nicht zur Motivation bei (und unterhalb sowieso nicht).

Das muss doch irgendwann mal in die Köpfe von Personalern und Vorgesetzten zu bekommen sein: Menschen arbeiten, weil sie Erfolg haben wollen (Herzbergs Top-1-Motivator) , weil sie Anerkennung wollen, weil ihnen die Arbeit Spaß macht und sinnvoll erscheint, weil sie Verantwortung tragen und sich entwickeln wollen.

Es ist so einfach. Seit 40 Jahren. Da darf man das auch ruhig wieder und wieder veröffentlichen.

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