Skat-TV

Was RFID nicht alles möglich macht: Skat Masters im DSF.

Heute nachmittag lief die Wiederholung des Finales, in die ich zufällig reinzappte. Nachdem gerade gestern abend meine Skatrunde mal wieder zu einem ihrer mittelmäßig regelmäßigen Treffen zusammen gekommen war, verfolgte ich mit Spannung, wie die Finalisten eines 100.000-€-Turniers spielen würden.

Die Antwort ist: ernüchternd normal, extrem konservativ, allerdings haben sie die Datenbasis während des Spiels sehr präsent. Das ist eigentlich nicht sooo schwierig, missrät dem Hobbyspieler doch immer wieder – zumal wenn außer Skat auch noch Bier und Gespräche im Spiel sind. Man erkennt, warum man regelmäßigen Skatspielern eigentlich immer haushoch unterlegen ist: Es ist einfach essenziell zu wissen, welche Karten noch draußen sind, wie sie wahrscheinlich (auf Grundlage der gereizten Spielwerte der Spieler) verteilt sind, wie viele Punkte man selbst und der Gegner schon gesammelt hat und wie viele Punkte man mit den Karten auf der eigenen Hand sicher noch machen wird. Und das alles auf einmal.

Auf dieser Basis spielten die Finalisten sehr konservativ: Gereizt wird nur sehr niedrig, selten muss jemand überhaupt nur 20 sagen – weil ohnehin nur Spiele gespielt werden, bei denen man fast sicher vorhersagen kann, dass man sie gewinnt. Ein dann aber doch mal verlorenes Spiel wirft einen in der Wertung entsprechend weit zurück, weil der Rest fast ausschließlich vom Zufall der Karten abhängt, die man auf die Hand bekommt.

Entschieden wurde das Masters dann, nach einigem Hin und Her bei den Punkten, im allerletzten Spiel, als einer der beiden fast gleichauf führenden Spieler einen unverlierbaren Grand auf die Hand bekam.

Auf dem Weg dahin wurden beruhigenderweise Fehler gemacht, wenn auch nicht oft, wie sie auch in Anfängerrunden vorkommen: vom falschen Bedienen über falsches Ausspielen bis hin zum taktisch falschen Abwerfen.

Schlussendlich muss man feststellen, dass Skat trotz grafisch okayer Aufbereitung kein Fernsehsport ist. Man muss einfach zu viele Dinge gleichzeitig sehen, und Reflektionspausen gibt es während eines Spiels fast keine. Dann demnächst doch lieber wieder Poker gucken.

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