Kurz reingeschaut: "2:37"

Ist mir gar nicht aufgefallen, als 2:37 im Kino lief. Der Film muss ziemlich untergegangen sein – zu unrecht.

Zwar hat man das im weitesten Sinne alles schon mal gesehen: Australische High School, Außenseiter, Ausgestoßene und beliebte Schüler, die dafür aber einen Knacks haben (Buffy, Elephant, alle anderen High-School-Filme und Serien). Sich verschiebende Erzählperspektiven, die mit kurzen Zeitrücksprüngen gerade Gesehenes noch einmal zeigen, so dass Zusammenhänge klarer werden (Pulp Fiction, Shortcuts). Ein tragisches Ereignis, dessen Entstehen im Rückblick erzählt wird (fällt mir jetz gerade kein konkreter Film ein, war aber schon oft genug da).

Zwei Dinge hat „2:37“ aber doch nur für sich: Die erdrückende Ausweglosigkeit, fast Depression, die sich durch den Film zieht. Und die stilistisch halbdokumentarische Erzählweise mit immer wieder eingeschnittenen Interviewszenen mit den Filmfiguren, sowieso viel Handkamera.

Doch irgendwie zündet das ganze nicht so richtig. Es fehlt Kick, ein Kontrapunkt, eine Kontrastfarbe, ein Dreh. Zwar entdeckt man nach und nach die dunklen Gehemnisse (uhuuu) aller Charaktere. Aber weder steuern die zwangsläufig auf das finale Unglück hin, noch kommt dieses wirklich überraschend und stellt Dinge etwa in ein neues Licht. Stattdessen wirkt es am Ende einfach nur willkürlich, wenn auch in der Darstellung wirklich sehr glaubhaft traurig.

Der Film scheint Henry Ford zu paraphrasieren: Jede Stimmungsfarbe ist erlaubt, solange sie schwarz ist. Schon ein guter Film, aber mit einem nur etwas leicht Skript hätte er wirklich groß sein können.

Also leider leicht verschenkt, dennoch sehenswert.

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