Fortuna Köln – GFC Düren 2-1

Ein ganz wichtiger Sieg, der allerdings sehr glücklich zustande kam. Mit einem Sieg hätte der GFC Düren die Chance gehabt, nach Punkten zur Fortuna aufzuschließen. Die Fortuna musste ihrerseits unbedingt gewinnen, um wenigstens den losen Kontakt zur Tabellenspitze zu halten, den sie nach den zuletzt sieglosen Spielen noch hatte.

Los ging es dann recht druckvoll. Die Fortuna war überlegen, drängte den Gegner in seine Hälfte zurück, und hatte nach wenigen Minuten schon Pech im Glück, als der Dürener Torwart einen Fernschuss fast unter dem Körper durchrutschen ließ, ihn sich dann aber doch noch angelte. In der 10. Minute war es dann soweit: ein Pass fand 25m vor dem Tor den auf halblinks durchgebrochenen Rachid Bouallal, der in den Strafraum lief und am herausstürzenden Torwart vorbei locker in die rechte untere Ecke einschob.

Doch anstatt, dass diese frühe Führung die Dürener geschockt hätte, weckte sie sie erst auf: zwei Minuten später stand es 1-1, und aller Schwung der Fortuna war dahin.

Es entwickelte sich für die verbleibenden 80 Minuten ein sehr seltsames Spiel: Alle fünf bis zehn Minuten wechselten sich die beiden Mannschaften mit Drangphasen ab. Doch meistens wirkte es, als entstünde die Stärke der einen Mannschaft mehr aus der Schwäche der anderen; vor dem 16er war regelmäßig Schluss. Wenn der Ball dann aber doch einmal durchkam, war es sofort brandgefährlich, so etwas wie normalgute Chancen kamen fast nicht zustande.

Die Fortuna brachte vor der Pause noch einen gefährlichen Fernschuss auf’s Tor, in den ein Dürener selbstlos seinen Kopf hielt. Außerdem schaffte es ein Kölner, nach Querpass den Ball aus 5m nicht zu versenken. Die Dürener revanchierten sich in den Minuten und Sekunden vor der Pause mit einem Ball, den ein Spieler am langen Pfosten nur um Zentimeter verpasste – und mit einem Kopfball aus wenigen Metern, den Niklas Blech mit einer Blitzreaktion doch noch abwehren konnte.

Nach der Pause dann zunächst eine wenige Minuten lange Drangphase der Fortuna. Anschließend Flaute. Keine Chancen, nickliges Mittelfeldgetümmel und teilweise gröbste Fehlpässe. Was die Fortuna anging, so sollte das Spiel bis in die Schlussphase hinein nicht präziser werden. Torwart und Innenverteidigung waren mit dem Spielaufbau überfordert und wirkten schon glücklich, wenn ihre Querpässe nicht von gegnerischen Stürmern erobert wurden. Das Spiel aus dem Mittelfeld in die Spitze fand mangels Präzision quasi nicht statt. Doch auch der GFC hielt sich zurück, war zwar in den Zweikämpfen präsenter, konnte mit den eroberten Bällen aber auch wenig Konstruktives anfangen, zumal die Abwehr der Fortuna in dieser Phase recht gut stand.

Erst in den allerletzten Minuten kam noch einmal ernsthaft Schwung ins Spiel: Erst unterlief Niklas Blech fast eine Flanke, konnte gerade noch eine Faust an den Ball bringen. Den nur Sekunden später auf halbrechts in den Strafraum gespielten Steilpass verstolperte ein Dürener zum großen Glück der Fortuna frei vor Blech.

Und wie es so ist, wenn du das Tor selbst nicht machst: Eine Minute vor Schluss kommt Milen Krastev an der Strafraumgrenze endlich mal frei zum Schuss, bringt den Ball hart auf’s Tor, der Keeper lässt kurz und nach vorne abklatschen, und „Stasi“ Stasiulewski hämmert das Ding aus wenigen Metern ins Netz.

In der einen noch gespielten Minute hätte Düren dann sogar fast noch einmal den Ausgleich geschafft, doch der Schlusspfiff besiegelte den Triumph der Fortuna.

Der Sieg war glücklich, Düren hätte ein Unentschieden verdient gehabt, auch ein Sieg wäre nicht komplett lächerlich gewesen. Der Fortuna gelang bis auf eine Handvoll Spielzüge sehr wenig, und man musste sich ernsthaft fragen, ob das die selbe Mannschaft war, die in der Hinrunde so präzisen und schnellen Fußball gespielt hatte. Die Ansätze waren zwar weiterhin zu sehen, aber zu viele Pässe waren nur einen Meter davon entfernt, zentimetergenau zu sein….

Ich hoffe, dass dieser Sieg ein Schlüsselerlebnis wird. Endlich mal wieder gewonnen, immerhin gegen einen Tabellennachbarn. Und nächste Woche geht’s in Eschweiler gegen den noch sieglosen Tabellenletzten Rhenania.

Zur Tabellenspitze ist es heute nur ein Punkt, allerdings haben die dort stehenden Höhenberger zwei Spiele weniger. In der Form von heute muss man über den Aufstieg zwar nicht nachdenken, aber die Hoffnung, dass die Fortuna sich wie in der Hinrunde nach schwachem Start fängt und mit Stasiulewskis Toren eine Serie hinlegt, habe ich noch.

Wir werden sehen.

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