Warum Bettler zwar rosig, aber unglücklich sind

Sehr interessanter, frei verfügbarer Artikel aus der aktuellen Spektrum der Wissenschaft: „Macht Geld glücklich?“

Den Menschen in der modernen westlichen Welt geht es heute in nahezu jeder Hinsicht besser als früher. Dennoch sind sie kaum glücklicher. Wie erklärt sich dieses Wohlstandsparadox?

Hier gibt’s den Artikel auch direkt als Download: macht geld gluecklich

Kenner von Frederick Herzbergs Motivationstheorie wussten es zwar schon länger, aber auch dieser Artikel bereitet es mal wieder auf: Geld macht oberhalb einer gewissen Grenze nicht glücklich; diese Grenze liegt im heutigen Europa bei etwa 2.000 €/Monat. Wer mehr verdient, wird dadurch nicht glücklicher.

Und vor allem: Viel wichtiger als die absolute ist nämlich die relative Höhe des Einkommens. Menschen würden lieber absolut weniger verdienen, dafür aber mehr als ihre Mitbürger, denn umgekehrt: lieber 50.000, wenn alle anderen 25.000 bekommen, als 100.000, wenn alle anderen 250.000 bekommen!!!

Das bestätigt aber auch im Umkehrschluss, was ich vor anderthalb Jahren schrieb: Ungleichheiten zerstören eine Gesellschaft, weil völlig unabhängig vom absoluten Reichtum Ungleichheiten als ungerecht wahrgenommen werden und Menschen lieber auf niedrigem Niveau gleich als auf hohem Niveau ungleich wären.

Vielleicht schickt jemand diese Untersuchung dann auch mal an Uwe Friedrichsen, der sich diese Woche bei Maischberger mit dem von Sascha Lobo zurecht als „agressiv doof“ attackierten Bild eines Bettlers hervortat, der in Deutschland ja mit einem „rosigen Gesicht“ rumsitze und sich mal nicht so haben solle.

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