FC Junkersdorf – Fortuna Köln 1-4

Was für ein Tag, was für ein Spiel! In dieser Form ist die Fortuna ein ganz heißer Aufstiegstipp. Aber der Reihe nach.

Junkersdorf-Fortuna

Das Auswärtsspiel in Junkersdorf musste auf die Bezirkssportanlage Chorweiler verlegt werden. Die Junkersdorfer, auf deren Kampfbahn es keine Tribüne gibt, fühlten sich dem erwarteten Zuschauerandrang nicht gewachsen – zu Recht: Am Ende waren es bei traumhaftem Pfingstwetter in Chorweiler offiziell 1.100 Zuschauer, davon etwa 1.000 „Gästefans“.

Fortuna-Fans

Entsprechend wurde gleich zu Beginn von den Fans ein „Heimsieg“ gefordert. Und wie die Fortuna dieser Forderung nachkam, das war so beeindruckend, dass Leverkusen spätestens nach diesem Spieltag klar sein müsste, dass sie an den beiden nächsten Spieltagen ausnahmslos jeden Punkt brauchen. Denn eine Fortuna in dieser Form kann auch am letzten Spieltag in Leverkusen (auf Scheißkunstrasen) gewinnen.

Der FC Junkersdorf kam mit dem Ruf, eine der spielstärksten Mannschaften der Liga zu sein und hatte obendrein die Empfehlung von 16 unbesiegten Spielen in Folge in den Büchern stehen, also von mehr als einer kompletten Halbrunde.

Die Fortuna stellte sich diesem Gegner mit einer Defensivtaktik entgegen, die nur mit „höchschter Konzentration“ (J. Löw), eine extrem geschlossenen Mannschaftsleistung und entschlossen zu Ende gespielten Kontern zum Erfolg führen konnte. Und all das zauberte die Fortuna in Vollendung auf den Rasen.

Junkersdorf kam nicht zur Entfaltung, die Fortuna erwartete den Gegner an der Mittellinie, präsentierte sich beeindruckend zweikampfstark und ließ in der gesamten ersten Halbzeit keine echte Torchance der Junkersdorfer zu. Alle Kombinationen wurden durch geschicktes Doppeln schon im Ansatz erstickt, lediglich bei einer Ecke kam Junkersdorf zum Kopfball, der aber viel zu schwach war, als dass er Ersatzkeeper Schuhmacher Probleme bereitet hätte.

Auf der anderen Seite hatte die Fortuna bereits in der 9. Minute zugeschlagen. Ronny Waldkirch spielte bei einem Konter einen guten Pass auf Käptn Glaser, der trocken und flach am herausstürzenden Torwart vorbei links einschoss. Von diesem Schock erholte sich Junkersdorf die gesamte Halbzeit nicht mehr. Und weil es spielerisch nicht ging, verlegten sich die Westkölner auf üble Fouls. Der zwar kleinlich, aber nicht konsequent pfeifende Schiedsrichter ahndete diese Fouls nicht deutlich genug und machte auch durch seine Körpersprache nicht klar, dass eigentlich bald ein Platzverweis fällig wäre.

Und so kam es, wie es kommen musste: Nach etwa einer halben Stunde wurde Ronny Waldkirch kurz vor dem eigenen Strafraum vom Junkersdorfer da Souza übel von hinten umgegrätscht. Waldkirch ging zu Boden, und es war angesichts der offensichtlich starken Schmerzen und dem Griff ans Knie sofort klar, dass er nicht mehr zurückkommen würde: vermuteter Kreuzbandriss.

Ronny Waldkirch wird vom Platz getragen - vermutlich mit Kreuzbandriss

Waldkirch wurde den gesamten Rest der Halbzeit am Platzrand behandelt und kam in Halbzeit zwei mit einem von oben bis unten bandagierten Bein zurück auf die Bank. Strafe für den Übeltäter: Eine lächerliche und keinesfalls regelgerechte gelbe Karte sowie der Hass der Fortuna-Fans. Glatt Rot wäre für diesen Angriff auf die Gesundheit des Gegenspielers die einzig richtige Konsequenz gewesen.

Ronny Waldkirch bandagiert auf der Ersatzbank

In der zweiten Hälfte entschied die Fortuna das Spiel erfreulich schnell. Schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff konnte Daniel Blankenheim, heute einer der stärksten, einen zu kurz abgewehrten Eckball aus 14 Metern einschießen. Anschließend bestand, angesichts der weiter inkompetenten Junkersdorfer Angriffsbemühungen zwar wenig Zweifel am Sieg. Den Deckel aber machte erst Rachid Bouallal zehn Minuten später drauf: Am linken Flügel setzte er sich gegen zwei Gegner durch, nach einem kurz und schnell gespielten Doppelpass zog er Richtung Tor und verwandelte geschickt: 3-0!

Anschließender Jubel:

Fortuna zog sich in der Folge zurück, ließ Junkersdorf mal machen, die erst um Minute 65 herum etwas gefährlicher wurden, aber den Ball nie entscheidend auf’s Tor bringen konnten.

In der 75. Minute kam dann Stasi Stasiulewski zu seinem Treffer, als er einen klassischen Konter nach entschlossenem Spurt von der Mittellinie aus einnetzen konnte.

Das 1-4 durch Waldkirch-Kaputttreter da Souza kurz vor Schluss konnte die gute Laune nicht trüben, hätte aber (Tordifferenz) auch nicht mehr unbedingt sein müssen.

Egal: Nach dem Schlusspfiff war alles eitel Sonnenschein und Jubel.

Die Mannschaft kommt zum Danken und trägt Ronny Waldkirch auf Schultern:

Die Mannschaft sagt danke

Günther Schumi Schuhmacher, unser aktuell spielender Ersatztorwart, gibt ein F (und ein O, und ein R, und ein T….):

Abklatschen zwischen Mannschaft und Fans:

Matthias Mink dankt

Am nächsten Wochenende kann vielleicht der entscheidende Schritt Richtung Aufstieg gemacht werden. Fortuna muss am Samstag beim Tabellen-Neunten SF Troisdorf siegen und anschließend darauf hoffen, dass Leverkusen im Spitzenspiel am Sonntag zuhause gegen Viktoria die Punkte lässt, die Fortuna noch braucht, um den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen zu können.

Alle (und noch viel mehr) Fotos und Videos bei Flickr: http://www.flickr.com/photos/surfguard/sets/72157600294703979/detail/

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