Fortuna Köln – Borussia Freialdenhoven 2-1

[Update] Video des Spiels bei spox.com.

Jungejunge, das hätte peinlich werden können. Die Fortuna hatte zum letzten Heimspiel gestern gegen Borussia Freialdenhoven showtechnisch aufgerüstet und gezeigt, was man in höherklassigen Ligen so alles hat: Einlaufkinder, Cheerleader und sagenhafte 2.100 Zuschauer. Was also, wenn nachher alles Show, aber nichts Erfolg gewesen wäre?

Trotzdem: Insbesondere die Cheerleader waren eine schöne, fast sentimentale Remineszenz an Zweitligazeiten. Damals hatte man dem regelmäßigen Turnen der Mädchen vor der Tribüne noch etwas belustigt von Stehplatz Mitte aus zugesehen – gestern saß oder stand man selbst auf dieser Tribüne und sah zu, wie die Puschelgirls zum Einlaufen der Mannschaften einen Tunnel bildeten.

Für den Gegner aus Freialdenhoven ging es sportlich um nichts mehr. Aber wenn es für sie noch eine Motivation gebraucht hätte, sich nochmal so richtig reinzuhängen, dann war das wohl diese Inszenierung: Der Showtruppe der Verbandsliga würde ich als Freialdenhovener auch mal so richtig einen einschenken wollen.

So geschah es dann auch. Nach etwa zehn Minuten zerfahrenen Spiels bekam Freialdenhoven einen Freistoß auf halbrechts zugesprochen, die Flanke segelte in den Strafraum zu einem Freialdenhovener, der stolperte sich zur Torauslinie durch und passte vor die Kölner Bude, wo einer seiner Kumpels keine Probleme hatte, zu verwandeln: 0-1.

Die Fortuna antwortete mit weiterhin energischen, aber auch weiterhin unpräzisen Angriffen. Dennoch war zehn Minuten später, nachdem der Ball an der Straraumgrenze ein paar Mal hin und her gekickt worden war, der Torschütze der letzten Wochen wieder zur Stelle: Rachid Bouallal verwandelte einen wunderschönen Volleydrehschuss zum verdienten Ausgleich.

In der Folge der ersten Halbzeit passierte nicht mehr besonders viel – außer einer wirklich extrem geilen F.O.R.T.U.N.A.-Choreo mit Cheerleader-Unterstützung:

Halbzeitshow.

Prominenter Tribünengast und Ex-Fortune:

Nach der Pause änderte sich am Spielverlauf nicht viel. Es hatte sich herumgesprochen, dass Alfter zeitgleich gegen Leverkusen führte. Ein Sieg war also extrem wichtig, um das Aufstiegsendspiel am nächsten Wochenende zu erreichen. Und so drängte die Fortuna, bekam kombinatorisch aber extrem wenig auf die Kette. Es machte den Anschein, als seien die Spieler genauso nervös wie die Zuschauer, die das Spiel so angespannt verfolgten, dass man bei den regelmäßig gefährlichen Gegenstößen von Freialdenhoven eine Stecknadel im Stadion hätte fallen hören können, so angstvoll hielten alle die Luft an.

Und so sah das Offensivspiel regelmäßig aus: Aus gefährlichen Grundsituationen machte die Fortuna viel zu wenig.

Auf der anderen Seite hätte wenigstens einmal die Führung für Freialdenhoven fallen müssen, als der schon auf die Grundlinie durchgebrochene Spieler den Rückpass zum Glück viel zu ungenau spielte. Durchatmen.

Dann hatte der Schiedsrichter zwei große Auftritte. Zunächst entschied er, nachdem Stephan Glaser klar im Strafraum zu Fall gekommen war, auf Elfmeter. Großes Getümmel, der Ball liegt schon auf dem Punkt, es wird diskutiert – und plötzlich liegt der Ball kurz vor der weißen Linie: doch nur Freistoß. Undurchsichtig.

Kurz darauf dann eine Szene, wie man sie selten sieht: Yannick Moudoute war einem konternden Gegner hinterhergelaufen, der kam im Zweikampf zu Fall, vielleicht ein Freistoß, vielleicht nicht. Moudoute ärgerte sich, schoss den Ball unmittelbar nach dem Pfiff weg – und der Schiri zeigte ihm in derselben Szene gleich zweimal Gelb: für das vermeintliche Foul und für das Ballwegschlagen. Platzverweis binnen rund 3 Sekunden also. Unglaublich. Und das gegen einen Spieler, der zuvor wirklich nicht durch hartes Spiel aufgefallen war, so dass man wenigstens das Foul, das auch noch strittig war, nicht mit einer Verwarnung hätte ahnden müssen.

Die Unterzahl schien die Fortuna aber nach kurzer Irritationsphase anzustacheln. Der Druck nach vorne nahm zu, die Bemühungen blieben aber zerfahren. Und so wurde, wie oft, ein Spieler zum Held, der in der Saison nicht oft zu sehen gewesen war: Eine Minute nach seiner Einwechslung brachte Kevin Kruth in der 84. Minute bei einer wieder mal unübersichtlichen Szene im Strafraum den Fuß an den Ball, der wurde noch abgefälscht und schlug endlichendlichendlich im Freialdenhovener Tor ein. Alles Jubel!

In der Folge passierte nichts mehr, die Fortuna ließ keine Chance mehr zu. Alfter führte inzwischen 3-0 gegen Leverkusen, so dass beim Abpfiff klar war: Am nächsten Sonntag gibt es ein Endspiel in Leverkusen!

Selten eine spannendere Saison erlebt. Acht Spiele in Folge war die Fortuna jetzt siegreich, und endlich hat Leverkusen Nerven gezeigt und Punkte gelassen. Am Sonntag geht’s zum Finale!

Viel mehr Fotos und Videos gibt’s übrigens auf meiner Flickr-Seite.

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