Hassduell oder Fußballfest?

Jetzt ist das Thema also endlich durch: Das Aufstiegsendspiel in der Verbandsliga Mittelrhein wird nicht in Leverkusen stattfinden. Stattdessen treffen sich die Mannschaften im Flughafenstadion Höhenberg, dem Stadion von Viktoria Köln. Die erwartete Zahl von Zuschauern hätte das Leverkusener Stadion nicht verkraftet.

Die Platzverlegung schmeckt den Leverkusenern natürlich ganz und gar nicht: Auswärts hat man eine ausgeglichene Saisonbilanz (6-1-6). Auf dem heimischen Kunstrasen konnte man 11 von 12 Spielen gewinnen. Entsprechend zäh versuchten die Verantwortlichen offensichtlich, die Verlegung zu verhindern.

Nachdem alles gescheitert und das Spiel verlegt war, ließ man sich als letzte verbliebene Schikane wenigstens noch einfallen, DPD-Porto zu sparen und den Bitten der Fortuna um die Ermöglichung eines Vorverkaufs in Köln nicht zu entsprechen.

Für unfreundliche Stimmung sorgten im Vorfeld allerdings auch ein paar unbesonnene Fortuna-Fans. Die Geschichte von der Morddrohung ist zwar noch journalistisch erkennbar boulevardistisch und inkompetent zusammengestoppelt: Von einer Morddrohung kann man bei aller Bösartigkeit des wiedergegebenen, angeblich erfolgten Drohanrufs nun wirklich nicht sprechen. Und bei der Bildunterschrift gerieten dann sogar mal die frisch geschaffenen Fronten durcheinander.

Deutlich dämlicher war da schon der Randale-Aufruf im Fortuna-Fan-Forum. Im Forum ist er inzwischen zwar gelöscht, aber mit größerer Naivität kann man dem eigenen Verein wohl kaum schaden.

Bleibt noch die lustige Beschwerde des VfL-Geschäftsführers Bernd Kuhn: „Das ist eine klare Wettbewerbsverzerrung“, ärgert sich Kuhn. Und auch Trainer Marco Zillken ist überhaupt nicht erfreut über die Verlegung. „Das ist sportlich eine ganz klare Benachteiligung“.

Wettbewerbsverzerrung, klar… Das ist gleich aus zwei Gründen lächerlich:
a) Das Spiel musste verlegt werden, weil deutlich mehr als die 2.000 Zuschauer erwartet wurden, die das Leverkusener Stadion offiziell fasst. (Wie gesagt: Offiziell…) Wir halten fest: Es handelt sich um ein Aufstiegsspiel. Die Leverkusener wollen also mit einem Stadion aufsteigen, das schon den Erfordernissen eines wichtigen Verbandsligaspiels nicht standhält. Es herrscht weitgehend Einigkeit, dass Leverkusen im Fall des Aufsteigs die Lizenz für die NRW-Liga nur erhält, wenn sie auf einem anderen Platz spielen.
b) Kann der Wilderer „Diebstahl“ rufen, wenn ihm der Förster die Falle wegnimmt? Eben. Kunstrasenschummler: Leisetreten.

Und im übrigen kann man die Platzverlegung ja auch so sehen,d ss der Druck für die Fortuna jetzt gestiegen ist. Der Kunstrasen hätte als Ausrede für jede Niederlage herhalten können. Diese Ausrede gilt jetzt nicht mehr. Aber was für eine bessere Motivation könnte es geben als die Aussicht, am letzten Spieltag den Tabellenersten vom Thron zu stoßen – und das im Stadion des lokalen Erzrivalen?

Ich werde am Sonntag vor Ort sein.

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