Dialektisches Halbwissen

Groß kommentieren muss man den Streit der Mallorquiner mit Air Berlin nicht: Katalanen ärgern sich über Air-Berlin-Chef Hunold. Da schreibt die balearische Landesregierung sehr höflich an Air-Berlin-Chef Hunold, doch bitte bei Flügen nach Mallorca die Landessprache zu achten und Ansagen im Flugzeug auch in katalanisch zu machen.

Nun kann man wirklich darüber streiten, ob das nötig ist, schließlich verstehen fast alle Mallorquiner auch kastilisch (also im Volksmund: spanisch). Man kann sich auch noch drüber streiten, ob Hunold auf ein an ihn gerichtetes Schreiben mit einem Editorial im Bordmagazin antworten musste.

Worüber man aber nicht mehr streiten kann, ist Hunolds eklige Berkung, wie unwürdig das Wort „Platja“ klinge, und das hier:

Air Berlin weist die Vorwürfe zurück. … Das Ganze hat schließlich auch einen gewissen ironisch-humorigen Unterton“, sagt Air-Berlin-Sprecher Hauptvogel und verweist auf einen Cartoon auf Seite 102 des Bordmagazins. Dort fliegen die Weißwürste und spritzt das Bier, weil ein Bayer wütend auf den Tisch haut. Die Sprechblase zeigt, warum: „Jo mei, wenn die hier noch Bayern kimma, die saupreißischen Katalanen die, da müssens fei boarisch redn! Kruzitürkn!!!“

Und dabei geht’s nicht mal darum, wie unwitzig es ist, einen Chauvinisten den anderen beschimpfen zu lassen. Es geht darum, dass der Cartoon genau das herablassende Unwissen illustriert, das die Katalanen auf die Palme bringt. Deshalb jetzt mal eine Durchsage für Air Berlin: Katalanisch ist kein Dialekt. Niederländisch übrigens auch nicht.

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