Und ich wär Walter Junghans

Früher, wenn wir als Kinder auf der Wiese kickten, dann waren wir ja immer irgendwer. Man konnte nicht einfach als „Christoph“ oder „Thorsten“ spielen, sondern man war Gerd Zewe, Klaus Allofs, Rudi Bommer oder Reiner Geye. Man ahnt, wo ich aufgewachsen bin. Ich war immer Kalle Rummenigge oder Paul Breitner, im Tor etwas später dann gerne Walter Junghans, wofür es zum Glück nur manchmal Kloppe gab. Die Kids heute waren in diesem Sommer Poldi oder Ronaldo oder Torres.

Bislang hatte ich gedacht, das Phänomen des „und ich wär“ sei auf Jungs und Fußball beschränkt, vielleicht noch ergänzt um Mädchen, die Königin wären. (Wieso wollte eigentlich nie eine Spielerfrau sein?)

Jetzt aber stelle ich anhand einer Anzeige in der FAS von heute fest, dass es auch gestandene Schriftsteller gibt, die mal gerne wer wären. Sebastian Faulks zum Beispiel wäre gerne Ian Fleming. Richtig: Der Bond-Fleming. Also hat er mal gleich ein Buch geschrieben: Der Tod ist nur der Anfang. Ein James-Bond-Roman. Autor: Sebastian Faulks schreibt als Ian Fleming. Aber ungelogen!

Was kommt als nächstes: Wolfgang Schäuble schreibt als George Orwell? Jeanette Biedermann singt als Britney Spears? Bastian Schweinsteiger flankt als Wiggerl Kögl? Roland Koch hetzt als Heiner Goebbels?

Ich wär solange jedenfalls mal Helmut Schmidt. Muss nur noch das Rauchen anfangen.

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