Kurz reingeschaut: "The King of Kong: A Fistful of Quarters"

Lange, sehr lange nicht mehr im Kino gewesen. Auch mein Amazon-DVD-Abo ließ ich vor, während und kurz nach der EM ein bisschen ruhen. Jetzt habe ich wieder mit dem Filmgenuss begonnen, erst mal festgestellt, dass ich die lange auf Halde gelegten Amazon-DVD („Im Juli“) doch schon gesehen hatte. Statdessen habe ich mir dann endlich mal einen Film zu Gemüte geführt, den ich sogar schon blind verschenkt hatte in der 100%igen Gewissheit, dass er ein Kracher ist. War er dann auch.

The King of Kong: A Fistful of Quarters erzählt dokumentarisch die Geschichte des Duells zweier Männer um den Donkey-Kong-Weltrekord. Richtig, Donkey Kong: Großer Affe hat Prinzessin entführt und wirft Fässer auf Mario. Ich musste seinerzeit lange kämpfen, bevor ich mir die Handheld-Version mit Dual Screen leisten konnte. Meine Münzen in Automaten zu werfen, war mir zu heikel.

Das Automatenspiel ist aber logischerweise das einzige, das für Profispieler zählt. Der Weltrekord wird seit den frühen 80ern von Billy Mitchell gehalten. Doch dann kommt ein Vierteljahrhundert später Steve Wiebe, ein arbeitslos gewordener Lehrer, der sein Leben dem Projekt Donkey-Kong-Weltrekord widmet. Er knackt den Rekord, doch sein auf Video aufgenommenes Spiel wird nicht anerkannt, weil er für die Arcade-Gemeinde ein unbeschriebenes Blatt ist. Also reist er zu öffentlichen Turnieren, spielt dort live um Anerkennung – und gegen den obersmarten und gelackten Weltrekord-Fiesling Billy Mitchell, der das Fallen seines Weltrekords verhindern möchte. Der Film erzählt die Geschichte dieses Nicht-Duells. Wiebe tritt gegen Mitchell an, der sich aber dem direkten Duell anscheinend nicht stellen will.

Das Ganze ist ungeheuer packend inszeniert. Ganz en passant baut der Film am Anfang Spannung auf, während er die Geschichte und Hintergründe von Donkey Kong und der Regelungen um die Anerkennung von Weltrekorden erläutert. Am Ende läuft alles auf den großen Showdown hinaus: Wird sich Mitchell dem Duell bei einer Convention stellen, die in seiner Heimatstadt stattfindet?

„King of Kong“ ist in der Inszenierung und Dramatik nur mit den besten Filmen von Michael Moore vergleichbar. Insbesondere der Schnitt verdient ein großes Lob: Wie da Spannung nur durch das Gegenüber- und Nebeneinanderstellen von Szenen erzeugt wird, das ist wirklich meisterhaft.

Natürlich liegt dann auch der kritische Blick darauf nahe, ob sich die Inszenierung nicht auch in den wirklich Lauf der Dinge einmischt. Und es gibt da durchaus ein paar Momente, einzelne Einstellungen, die nicht mehr dokumentiert wirken. Da weiß die Kamera schon mal vorher, was passieren wird, und fokussiert eine Sekunde vor dem überraschenden Auftritt einer Figur auf den Hintergrund.

Aber selbst wenn dem so ist, kann das dem Genuss des Films nichts anhaben. Die erzählte Geschichte ist unzweifelhaft wahr, sie fesselt den Zuschauer die kurzen 80 Minuten Filmdauer vor den Schirm – und sie endet irgendwie traurig und glücklich zugleich.

Viel besser könnte ein Dokumentarfilm nur sein, wenn sein Thema ernsthafter wäre. Aber auch so reicht es in meiner Bewertung locker für 9 von 10.

(Bis ganz zum Ende gucken, um den besten Spruch nicht zu verpassen!)

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