Kurz reingeschaut: "The Dark Knight" und "Wanted"

Nach langer Zeit war ich gleich zweimal wieder im Kino, um mir die aktuellen Blockbuster anzusehen.

Über „The Dark Knight“ muss man wahrscheinlich nicht mehr viel schreiben. Außer, dass zu hohe Erwartungen dem Filmgenuss schaden. Sooo toll ist Heath hab-ihn-selig Ledger jetzt ja echt nicht als Joker. Gut, aber nicht überragend. Jedenfalls nicht blut-gefrier-furchteinflößend. Dafür ist alleine das Lippenschlecken zu aufgesetzt. Wäre ja noch logisch, wenn der Joker sich ab und an die Mundwinkel befeuchten würde, aber man muss ja nicht gleich eine Tierstudie draus machen und ihn mit einem Chamäleon konkurrieren lassen.

Ansonsten würde ich sagen: Solider Blockbuster, in dem mit Ausnahme von Ledger keine Schauspieler auftreten. Besonders Aaron Eckhart als Harvey Dent hätten sie die Fresse viel früher verbrennen sollen: Mit der Maske kommt wenigstens etwas Leben in sein Gesicht, denn aufgepasst: Ein beeindruckendes Kinn in die Kamera zu strecken ist noch keine Schauspielerei. Echt nicht.

Etwas auf die Nerven geht einem auch die non-stop-Soundtrack-Dudelei. Keine ruhige Minute in den immerhin 152, die der Film dauert.

Aber langweilig wird es in den zweieinhalb Stunden wirklich nicht, die Story ist ordentlich, die Stunts sind so gerade noch glaubwürdig, und fotografisch ist dem Duo Christopher Nolan und Wally Pfister (Batman Begins, Insomnia, Memento) mal wieder eine sehr gute Leistung geglückt.

Sehenswert.
 
 
Für „Wanted“ gilt das leider nicht. Dieser Film ist Dreck. Vielleicht auch nur Kitsch. Aber jedenfalls beleidigt er alle Sinne, mit denen man einen Film wahrnimmt. Also doch Dreck.

Ich hatte mich von Kritiken in Süddeutscher und FAZ in die Aufführung locken lassen. Hätte ich vorher gelesen, dass der Regisseur von Wächter der Nacht/des Tages die Fäden zieht, wäre ich gewarnt gewesen, was auf mich zukommt. Der erste Irritationsmoment war, als ich nach einem Blick auf meine Eintrittskarte bemerkte, dass der Streifen im Kino 4 des Cinedoms läuft: dem größten Saal der Stadt.

Um es noch einmal kurz zu sagen: Dieser Film ist ein übles Machwerk. Dreck, Dreck, Dreck.

  • Story: Lächerlich, jeder Filmstudent hat intelligenteres und weniger konstruiertes in der Schublade. Und wie ein Kommentator in der IMDB schrieb: Die Zeile „I’m your father“ ist filmhistorisch leider schon verbrannt und wird in der Version „Du bist mein Sohn“ auch nicht frischer.
  • Schauspielerische Leistungen: Nicht existent. Angelina Jolie ist nur noch ihre eigene, anorektische Karikatur, und auch James McAvoy, im „Letzten König von Schottland“ immerhin noch ordentlich, wird hier von der Regie ins Chargieren getrieben.
  • Spannung: Trotz erkennbaren Bemühens nicht vorhanden. Siehe Story.
  • Gewalt: Einfach nur widerlich. Töten wird hier zum reinen Selbstzweck, durch nichts glaubhaft motiviert, aber sehr wohl heroisiert. Und das erkennbare Bemühen des Regisseurs, ein R-Rating zu erreichen, äußert sich in teilweise wirklich atemberaubend lächerlichen Splatterszenen.

Ein paar Punkte verdient sich der Film nur durch die technisch gelungenen Special Effects, die seit Matrix aber auch nicht mehr originell sind.

Unbedingt vermeiden! Dieser Film ist nicht mal auf einer Meta-Ebene lustig.

Advertisements

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s