Fortuna Köln – Arminia Bielefeld II 0-2

Das war wohl die Strafe für die Meckerei nach dem letzten Heimspiel: Ordentlich gespielt, mindestens gleichwertig gewesen – und doch deutlich verloren. So kann’s eben auch mal gehen.

Gutes Fußballwetter

Einlaufen der Mannschaften

Knapp 1.000 Zuschauer hatten sich zum dritten Heimspiel der Saison im Südstadion eingefunden, auch das Wetter (20°, trocken, bewölkt) bot beste Voraussetzungen für ein gutes Fußballspiel. Gegner war die U23 von Arminia Bielefeld, die sich vom Anpfiff weg erwartet ballsicher präsentierte. Sehr gemächlich spielten die Bielefelder hintenrum, suchten den sicheren Spielaufbau, fanden dabei aber nie die Geschwindigkeit, mit der sie die Kölner Hintermannschaft ernsthaft hätten gefährden können. Die Fortuna dagegen spielte, wenn sie in Ballbesitz war, schnell nach vorne, allerdigns fehlte zu Beginn noch die Präzision.

Auch in der 20. Minute geriet ein Steilpass auf Kevin Kruth ein wenig zu lange, der Stürmer setzte dennoch nach, kam etwa zeitgleich mit dem Bielefelder Keeper an den Ball – und wurde deutlich erkennbar umgesenst. Zunächst schien sich das Drama von vor eienr Woche zu wiederholen, denn der Schiedsrichter entschied zum fassungslosen Entsetzen der Zuschauer auf Weiterspielen. Dieses Mal hatte allerdings der Linienrichter aufgepasst, und nach kurzer Beratung revidierte das Gespann die Entscheidung: Elfmeter!

Diskussionen vor dem Elfer

Hätte man sich wünschen sollen, dass die falsche Entscheidung Bestand gehabt hätte? Wenigstens wäre dann der Schiri der Buhmann gewesen. So war es Fortuna-Kapitän Stephan Glaser, der den Elfer lächerlich schwach dem Torwart in die Arme schob. (Und wenn die Information aus dem Fortuna-Forum stimmt, dass Blankenheim statt Glaser der vorgesehene Elfmeterschütze gewesen ist, dann bekommt die Sache natürlich außer der sportlichen Note auch noch eine persönliche.)

Die Fortuna ließ sich allerdings nicht beirren, spielte engagiert weiter, und sah sich zehn Minuten später dennoch im Hintertreffen. Ein Ballverlust auf der linken Seite, Bielefeld kombiniert mit wenigen Kurzpässen einen Spieler frei, der flankt, und aus kurzer Distanz nickt ein Bielefelder den Ball unbedrängt ein.

Eine nicht nur in der dieser Situation sehr mittelmäßige Abwehrleistung der Fortuna: Nach gleich zwei üblen Ballverluste konnten Gegentreffer nur mit nur mit Glück und Unfairness verhindert werden. Ansonsten stand man oft viel zu tief und hatte Glück, dass die Bielefelder das nicht zum Beispiel mit Fernschüssen ausnutzten.

Die Pause kam gerade rechtzeitig, um im Schock nach dem 0-1 nicht gleich das zweite Gegentor zu kassieren. Sehr ärgerlich auch, dass mit Kevin Kruth der zweite und letzte Stoßstürmer aus dem Kader noch vor der Pause ausgewechselt werden musste. Das Foul vor dem Elfer machte ihm erkennbare Probleme, die Auswechslung kam sogar noch zu spät. Für ihn kam Felix Bably, der, das kann man vorweg nehmen, über die gesamte Einsatzzeit keine Durchschlagskraft entwickeln konnte: Engagiert und sehr schnell, aber selten an der richtigen Stelle, im Abspiel schwach und ohne rechte Bindung zum Spiel der Mannschaft.

Cedric Mimbala unter den Fans

Nach der Pause kam die Fortuna gut eingestellt und merklich erholt zurück, Ramin Waraghai ersetzte den blass gebliebenen Fabian Höffgen – und sorgte merklich für Belebung: Köln drängte Bielefeld sofort und dauerhaft in die eigene Hälfte zurück, kam auch zu mehreren sehr guten Torchancen, die aber allesamt vergeben wurden: manche mit Pech, manche durch fehlende Abgeklärtheit. Negativ fiel außer Bably noch David Podlas auf: ständige Fummeleien, die entweder am ersten oder am vierten Gegenspieler endeten, jedenfalls aber nicht in einem gescheiten Abspiel. Das war kaum über Bolzplatzniveau.

In der 75. Minute dann die Entscheidung. Stefan Hoffmann, schon letzte Woche im Brennpunkt meiner Kritik, heute in der ersten Halbzeit unauffällig, hatte sich in der zweiten Hälfte gerade gefangen, als ihm ein folgenschwerer Ballverlust unterlief: Mit dem Rücken zum gegnerischen Tor forderte er in Höhe der Mittellinie das Zuspiel, bekam den Ball auch – ließ ihn sich aber sofort von einem Gegenspieler abluchsen, der auf den zu offensichtlich eingeforderten Pass nur gewartet hatte. Es folgte ein hoher Steilpass, ein Lupfer über den herauseilenden Christopher Möllering hinweg, und die Sache war gelaufen.

Auch die anschließende Einwechslung von Hamdi Dahmani für den heute im Sturm spielenden Daniel Blankenheim konnte das Spiel nicht mehr drehen. Es passierte nichts entscheidendes mehr, außer dass Ioannis Foukis noch einmal völlig frei vor das gegnerische Tor durchkombiniert wurde, und so abschloss, wie man das von einem Abwehrspieler erwartet: wenig abgeklärt und mit einem viel zu schwachen, flachen Schuss in die Arme des heraus stürzenden Keepers.

Es blieb also beim 0-2, das dem Spielverlauf nicht entsprach. Andererseits muss sich die Fortuna vorwerfen lassen, das sie das Spiel mit einer auch nur mittelmäßigen Chancenverwertung unentschieden hätte gestalten können – wenn nicht sogar gewinnen. Der üble Ballverlust vor dem 0-2 war so gesehen nur der Gnadenschuss, denn es machte nicht den Eindruck, als wenn heute ein Tor für Köln hätte fallen können. Einer von diesen Tagen.

David Podlas

In der Tabelle fällt die Fortuna nach diesem Spieltag auf Platz 12 zurück. Nur zwei Punkte von den Abstiegsrängen entfernt, nächste Woche Freitag in Siegen krasser Außenseiter: Jetzt heißt es beißen, sonst findet man sich schneller im Abstiegskampf wieder, als es einem lieb sein könnte. Jedenfalls ist schon heute klar, dass das nächste Heimspiel gegen den punktlosen Tabellenletzten aus Hamm unbedingt gewonnen werden muss. Dann von mir aus auch wieder so freudlos wie gegen Hüls.

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Alle Bilder von heute bei Flickr.

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