1. FC Köln – Bayern München 0-3

Die TV-Kommentatoren wussten schon, warum sie ihre Stories rund um Poldi aufbauten. Sonst gab es vom gestrigen Match der Bayern in Köln auch nicht viel zu berichten. Bayern begann in der Gewissheit, die bessere Manschaft zu sein und ließ den Ball so kreisen, dass der FC in den ersten fünf Minuten geschätzte 0% Ballbesitz hatte. Wesentlich anders verlief die erste Halbzeit auch nicht. Bayern wartete auf die Chance, erzwang sie aber nicht oder erspielte sie sich gar. Der FC schien froh zu sein, gegen diese erkennbar übermächtigen Bayern nicht zurück zu liegen. Ein Spiel ohne jede Spannung.

1. FC Köln - Bayern München

Nach der Halbzeit dann endlich das eine Tor, nach dem das Spiel gelaufen war: Räume für die Bayern, die diese nutzten, um das Spiel zu entscheiden, wobei sie noch gnädig blieben.

Der Klassenunterschied war gestern überdeutlich. Man hatte nicht einmal das Gefühl, dass der FC eine Chance gehabt hätte, wenn in der ersten Halbzeit das in zwei Situationen durchaus mögliche Tor gefallen wäre. Bayern war so ballsicherer, dass der FC nicht einmal Zweikämpfe bestreiten konnte – da war der Ball immer schon weg. Ein Forechecking oder auch nur leichtes Pressing traute man sich nicht zu spielen, weil es den Bayern die Räume eröffnet hätte, die sie nur haben wollten.

So war in der Tat die Beziehung der Kölner Fans zu Lukas Podolski berichtenswert, von der ich allerdings auch nicht genau weiß, wie instrumentell sie denn von beiden Seiten eingesetzt wird. Der Kölner freut sich ja einfach immer, wenn er was feiern kann, und wenn’s denn ein Ex-Spieler ist. Und Poldi würde im Leben nicht nächste Saison zum FC zurückgehen, dafür ist er viel zu gut. Aber seine Heimatliebe ist glaubwürdig. So einigen sich beide Seiten drauf, sich eben gut zu finden und einander ihre Liebe demonstrativ zu zeigen, weil’s beiden Seiten Spaß macht und sie in ein gutes Licht rückt. Nur vereinzelt gibt es aber auch auf der Südtribüne Zuschauer, die das ein bisschen anders ssehen, wie am Ende meines folgenden Videos hörbar wird.

Zwei Beobachtungen gibt’s dann aber doch noch.

Nemanja Vučićević. Muss ich mehr sagen? Der Mann ist nur schlecht. Bei jeder Ballberührung bereitet sich der Gegner gedanklich schon auf den Gegenstoß vor. Ich habe ihn letzte Saison gegen Lautern gesehen und gestern gegen Bayern: Vučićević bekommt einfach nichts zusammen, ist definitiv zu schlecht für die Liga. Gestern wechselte Daum ihn nach dem Rückstand ein und ließ ihn hinter den Spitzen spielen. Einen einzigen brauchbaren Ball spielte er, einen Pass auf den Flügel, den ein Mitspieler mit viel Einsatz noch erreichen konnte. Ansonsten kam da gar nichts. Und die Südtribüne schüttelte resignierend den Kopf.

Beste Nachricht des Spiels aus Bayern-Sicht war dagegen, außer natürlich dem Schongang-Sieg, eine Situation etwa in der 80. Minute: Es gibt eine Ecke für Bayern von der rechten Seite – und die fliegt flach und scharf an die Fünfmeterraumgrenze. So, wie Ecken eben sein müssen, wie sie bei Bayern aber jahrelang nicht waren. Und wer hat’s gemacht? Der Italiener! Massimo Oddo scheint der neue Mann für Standards von der rechten Seite zu sein. Und das ist gut so.

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