Kurz reingeschaut: Veto im Underground, Köln

Eigentlich war es nur ein Konzert, auf das ich mich auf einen Sonntag abend zuliebe einer guten Freundin schleppte, die nach langen Wochen mal wieder in der Stadt war: Veto aus Dänemark (Bandblog). Ich wähnte mich bestätigt, als ich den recht mauen Besuch sah. Vielleicht 50 Zuschauer hatten sich im Underground eingefunden. Und dann wurde ich überrascht, fast weggeblasen, von der Präzision, dem Druck und der Lust an der Synkope, die diese Dänen an den Tag legten.

Was Veto spielen, das ist im weitesten Sinne Indierock. Wenn man sich eine Kombination von Ladytron und The Cure vorstellt, dazu eine Prise Pretty Girls Make Graves und The Rapture, dann ist man schon ziemlich nah dran. Die Musik wird von einem deutlichen Beat getrieben, in dem Drummer Mads Hasager so aufgeht, dass er selbst dann still über seinen Fellen trommelt, wenn er gerade mal Sendepause hat. Ansonsten treibt er die Band mit scharfen Schlägen voran, aber aufgepasst: irgendeinen Haken, eine Synkope hier, ein Break da hat sein Beat immer! Sänger Troels Abrahamsen klingt in Phasen frappierend nach Robert Smith. Und je länger das Konzert dauert, desto weiter drängt sich der Synthesizer in den Vordergrund, bis man kurz sogar das Gefühl hat, auf einem Rave zu sein.

Veto on stage

Tolle Musik, präzise und kompetent performt. Selötsam nur, dass die Band nach 40 Minuten ihren letzten Song spielt, von der Bühne geht, unmittelbar wiederkommt, weil man „die Ausdauer des Publikums nicht testen“ wolle, dann noch einmal fünf Songs spielt, und nach einer Stunde definitiv Schluss ist, obwohl das Publikum nach mehr verlangt. So groß seid ihr jetzt doch noch nicht, Jungs, dass Ihr Euch verweigern solltet, wenn ein Publikum Euch hören möchte!

Ansonsten aber: Weiter so!

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