Fortuna Köln – SV Schermbeck 3-1

Endlich mal wieder ein Heimsieg für die Fortuna, und der wurde auch noch überzeugend und verdient herausgespielt! Die 952 Zuschauer, die am Nachmittag des Nationalfeiertags den Weg ins Südstadion gefunden hatten, darunter OB Schramma und OB a.D. Burger, sahen die Fortuna wieder in einer 4-3-3-Formation – oder war’s doch eher ein offensives 4-4-2? Vor Möllering verteidigten Moog, Mimbala, Schroden und Malsch. Im Mittelfeld Waraghai, Hoffmann und Blankenheim, davor Podlas, Bably und Kruth. Obwohl es manchmal auch so aussah, dass Kruth und Blankenheim die beiden Spitzen gaben, Podlas und Bably dagegen eine Art sehr offensive Außenläufer.

Freunde und Helfer auf dem Weg zur Tribüne

Fritz Schramma zu Gast im Südstadion

Auflaufen der Mannschaften

Wie das System aber auch immer genau aussah: Jedenfalls war es erfreulich variabel, für den Gegner schlecht ausrechenbar und für die eigenen Verteidiger so beweglich, dass an Anspielstationen im Aufbauspiel diesmal kein Mangel war.

Obwohl gegenüber den letzten drei Heimspielen also deutlich verbessert, kam die Fortuna nicht so richtig gut in die Partie. Vielleicht hatte sich inzwischen wirlkich ein kleiner Komplex eingeschlichen, jedenfalls fehlte die Präzision im Spiel in die Spitze. Mein spezieller Freund Stefan Hoffmann stand zwar defensiv sehr gut, wusste aber mit den gewonnen Bällen so wenig anzufangen, dass sie ihm von den Schermbeckern ein, zwei Mal im Mittelfeld gefährlich abgeluchst werden konnten, als sich die Fortuna gerade nach vorne orientierte. Gute, spieleröffnende Pässe erwarte ich von Hoffmann ja schon gar nicht mehr.

So hatte Schermbeck bis zur 20. Minute sogar die besseren Chancen in einem ausgeglichenen, mäßigen Spiel. Dann allerdings konnte sich Podlas (?) auf dem linken Flügel endlich mal durchsetzen, brachte eine hohe Flanke in Richtung Elfmeterpunkt, wo Kevin Kruth zum Kopfball hochstieg und einen Schermbecker Verteidiger dazu brachte, mit der Hand zum Ball zu gehen: Elfmeter. Daniel Blankenheim lief an und verwandelte sicher zum 1-0.

Wer nun dachte, dass die Führung gegen den Tabellennachbarn ein Brustlöser für die Fortuna sein könnte, sah sich getäuscht. Das Spiel änderte sich nicht großartig, beide Mannschaften kamen zu Chancen, aber nur eine zum Tor – nämlich der etwas entschlossener auf den Ausgleich drängende SV. Flanke von rechts, Kopfball, Tor. Manchmal ist Fußball so einfach. Und nicht nur das Gegentor verhagelte der Fortuna die Laune, auch der Himmel wollte mitmachen und öffnete die Schleusen.

Hagelschauer

Dann zum Glück Pause. Bratwurst. (Ketchup war übrigens alle: Schwach, lieber Caterer, das war vor dem Match offensichtlich nicht gecheckt worden!)

Halbzeitgetümmel auf der Tribüne

In der Kabine hatte Coach Matthias Mink die Mannschaft offensichtlich gefönt, denn Fortuna kam deutlich entschlossener zurück, checkte besser vor, spielte aber weiterhin den letzten Pass zu ungenau und hatte manchmal auch ein bisschen Pech im Abschluss.

Die Wende des Spiels kam dann in der 58. Minute – und sie hieß Hamdi Dahmani. Das Spiel über war mir, wie auch schon die ganze Saison lang, schleierhaft geblieben, wieso gerade David Podlas unser einziger Mitelrhein-Auswahlspieler ist: Durchsetzungsschwach, mit selbstverliebten Dribblings, und ohne brauchbare Pässe. Bis auf die Flanke zum Elfmeter (immerhin!), kam von ihm gar nichts, so dass seine Auswechslung folgerichtig war. Hamdi Dahmani machte auf Außen endlich den nötigen Alarm, setzte sich ein ums andere Mal gut durch, und wurde schon zehn Minuten nach seiner Einwechslung belohnt: Entschlossen an der linken Strafraumgrenze nachgesetzt, nach innen gezogen, scharf vor’s Tor gepasst, und Kevin Kruth war da, wo ein Mittelstürmer sein muss – dort, wo er angeschossen werden kann. 2-1, wenn auch ganz leicht abseitsverdächtig!

Toll auch ganz allgemein zu sehen, wie sich Kevin Kruth entwickelt hat! Letzte Saison noch ein reiner Ersatzspieler, ist er in dieser Saison ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft – und das nicht erst seit der Verletzung von Stasi. Kruth ist jetzt ein Spieler, den man immer bringen kann, der Mannschaft und Zuschauer auch mit seinem Auftreten und seinen Gesten pusht: Beweglich, ballsicher, mit Drang zum Tor und dem richtigen Riecher. Er bietet sich für die Zeit, wenn Stasi wieder zurück kommt, für den zweiten Platz in der Doppelspitze eines 4-4-2-Systems fast unabweisbar an.

Gelbe Karte für Kevin Kruth nach seinem Jubel über das 2-1

Jetzt war endlich Platz auf dem Feld, weil Schermbeck angesicht der wenigen verbleibenden Zeit öffnen musste. Die Fortuna-Defensive stand sicher, vereitelte alle Angriffe der Schermbecker vergleichsweise souverän und spielte die Bälle dann schnell in die Spitze, wo der ein oder andere gute Konter inszeniert wurde. In der 80. Minute endlich die Entscheidung: Schöner Einsatz von Ramin Waraghai, kurzer Pass auf Daniel Blankenheim, der geschickt zum 3-1 verwandelte.

Torjubel nach Daniel Blankenheims 3-1

Anschließend passierte nicht mehr viel, die Partie war gelaufen. Ein verdienter Sieg der Fortuna gegen einen Gegner, der doch erst einmal geschlagen werden wollte. Ganz wichtig war mir vor allem zu sehen, dass die Taktikprobleme überwunden scheinen und das Spiel nach vorne auch gegen eine tief und gut verteidigend Mannschaft wieder klappt.

Und eins darf bei der Gelegenheit auch mal gesagt werden: Schiedsrichter Lukas Salm zeigte eine wirklich gute Leistung, fand schnell eine klare Linie, hatte die Partie im Griff ohne kleinlich zu sein. So hatte ich mir das in der Oberliga vorgestellt!

So viel Jubel war im Südstadion schon lange nicht mehr.

Fortuna macht den Diver

Cedric Mimbala

Alle meine Fotos und Videos von heute bei Flickr.

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