SC West Köln – Fortuna Köln 6-5 n.E. (1-0, 1-1, 1-1)

Ausgeschieden. Die große Chance auf die erste DFB-Pokalrunde vergeigt. Gleich in der ersten Runde, gegen einen Landesligisten. Und das auch noch verdient.

Eingang zum Stadion Apenrader Straße

Ascheplatz

Auflaufen der Mannschaften

Klar ist das immer undankbar, wenn man gegen einen unterklassigen Gegner antreten muss, und das auch noch auf Asche und einem sehr kleinen Platz. Das ebnet, gerade in unteren Ligen, vorhandene Qualitäts-Unterschiede zwischen den Mannschaften schnell ein. Andererseits muss man als Gastgeber seine Vorteile auch erst mal zum Tragen bringen – und genau das taten die Spieler des SC West.

Natürlich war es etwas glücklich, dass die kurze Anfangsoffensive der Westler gleich in der 5. Minute belohnt wurde: Ein Freistoß von halb rechts über den Strafraum hinweg, ein schöner Kopfballaufsetzer in den Winkel und die Führung war im Kasten. Für den Außenseiter eine Traumsituation!

West-Jubel nach dem Führungstreffer

West zog sich zurück, ließ die Fortuna kommen, und die brachte sehr wenig zusammen. Man versuchte es mit schnellem Spiel, das auf der Asche aber nicht so recht zündete. Der SC West dagegen setze auf seine jederzeit gefährlichen Konter. Insbesondere der Ailton von Ehrenfeld, die kugelblitzige Nummer 10 der Westler, sorgte immer wieder für Wirbel, indem er weit geschlagene Bälle sehr sicher annahm, abschirmte und gut in den Lauf der nachrückenden Angreifer spielte.

Nur eine sehr gute Chance spielte sich die Fortuna heraus, als Stefan Hoffmann eine weite Flanke volley mit dem Innenrist nahm und dem West-Keeper eine Glanzparade ermöglichte. Ein Kopfball von Kevin Kruth ging knapp neben das Tor.

Pause. Die Bratwurst war übrigens ziemlich fettig und wenig knackig. An der Bierfront konnte West mit Reissdorf vom Fass (nicht dieser Metallpatronenquatsch, sondern richtige Fässer) aber Wiedergutmachung betreiben.

Catering

In der zweiten Halbzeit verstärkte sich die Überlegenheit der Fortuna, gute Chancen blieben aber immer noch Mangelware. Erst in der 65. Minute kopierte die Fortuna die Masche der Westler: Freistoß von halbrechts, und Frank Schroden köpft locker gegen den Lauf des Torwarts ein. Zu diesem Zeitpunkt ein hoch verdienter Ausgleich.

Bengalos nach dem Ausgleich

Bis zum Schlusspfiff spielte die Fortuna gegen einen nachlassenden Gegner noch ein paar ordentliche Gelegenheit heraus, allerdings nur eine 100-prozentige.

Obwohl: Ein Tor von Hamdi Dahmani winkte der Linienrichter wegen Abseits ab. An dieser Stelle ein allgemeines Wort zum Gespann der „Unparteiischen“: Unverschämtheit. Ich rege mich selten über Schiedsrichter auf, aber was sich diese Truppe zusammenpfiff, das war mindestens unkonsistent, vor allem aber regelmäßig zum Nachteil der Fortuna. Gerade der Linienrichter, der Hamdi Dahmani das Tor nahm, hatte in der ersten Hälfte zahlreiche strittige Abseitssituationen laufen lassen – für West. In der zweiten Halbzeit dagegen wurde bei jeder Scheiße Abseits gegen die Fortuna gewinkt. Ebenso der Schiedsrichter, der zwei Mal gegen Fortuna-Spieler wegen Reklamierens Gelb zog, Trainer Mink ein paar Zentimeter hinter das Platz-Geländer schickte – aber mehrfach West-Spieler für die gleichen Vergehen unverwarnt davon kommen ließ, unter anderem einen Sportskameraden, der schon verwarnt war und vom Platz geflogen wäre. Das Wort „verpfiffen“ fiel nach dem Schlusspfiff schon ein paar Mal. Nicht völlig verwunderlich, auch wenn die Fortuna den Erfolg in so einem Spiel auch gegen den Schiedsrichter einfahren muss.

Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hätte der 10er des SC West um ein Haar noch den Siegtreffer erzielt. Seinen harten Schuss auf’s kurze Eck wehrte Blech reaktionsschnell ab.

Verlängerung.

Pause vor der Verlängerung

Das Spiel lief unverändert weiter: Ein etwas inkompetent drängende Fortuna und gut verteidigende Westler, die auf Konter lauerten.

Doch dann hätte in der fast allerletzten Spielminute das Tor für die Fortuna noch fallen müssen. Felix Bably war von Hamdi Dahmani mit einem tollen Pass steil in den Strafraum geschickt worden, zielte gegen den schnell aus dem Tor stürzenden Keeper aus zehn Metern auf’s kurze Eck, der Ball blieb aber an dessen Hand hängen. Eine tolle Parade!

So gab’s also die Lotterie. Ramin Waraghai verschoss als zweiter Schütze, alle anderen Schützen beider Mannschaften trafen, so dass die Fortuna ausgeschieden war.

Vor dem Elfmeterschießen

Niklas Blech im blauen Jubel

Man muss anerkennen, dass sich der SC West diesen Erfolg verdient hat. Die Fortuna war zwar erkennbar die reifere Mannschaft, aber sie brauchte zu lange, um auf dem ungewohnten Boden zu einem funktionierenden Kombinationsspiel zu finden und ging besonders in der Offensive viel zu lasch in die Zweikämpfe. Die Spieler des SC West dagegen rannten um ihr Leben und umzingelten den ballführenden Fortunen sofort mit drei, vier Spielern. Nicht einmal die Kraft ging ihnen am Ende aus. Schlussendlich waren die Elfmeter der Westler ausnahmslos makellos geschossen, während Fortuna außer dem Fehlschuss noch zweimal Glück hatte, dass der Ball ins Tor ging.

Eine große Chance, sich im DFB-Pokal wieder einmal einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren, ist nachlässig vertan worden.

P.S.: Im DFC-Forum wird danach gefragt, ob die Aufstellung mit Kevin Kruth als einzige Spitze gegen einen zwei Klassen schlechteren Gegner angemessen war. In der Tat hatte Matthias Mink nicht die erste Mannschaft aufgestellt: Ioannis Foukis gab den Flügelstürmer (erst auf links, dann bis zu seiner Auswechslung gegen Bably auf rechts), Kevin Niang durfte in der Innenverteidigung ran, Niklas Blech stand mal wieder im Tor. Das war’s aber auch schon mit den Änderungen gegenüber dem Heimsieg gegen Schermbeck, wenn man Hamdi Dahmani ausnimmt, der gegen Schermbeck eingewechselt worden war. Podlas stand ohnehin nicht zur Verfügung, er war für die Mittelrheinauswahl abgestellt. Stasi beginnt gerade erst wieder mit leichtem Lauftraining.

An Blech und Niang lag’s mit Sicherheit nicht, Foukis war tatsächlich ein Ausfall, verschuldete aber keineswegs nicht die Niederlage. Die Mannschaftsleistung insgesamt war wieder mal schlecht, insbesondere die bekannten Probleme im Spielaufbau wurden gegen diesen sehr gut verteidigenden Gegner überdeutlich. Ich leg mich mal fest: Wir hatten keine bessere Mannschaft zu bieten, an der Aufstellung lag’s nicht.

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2 Gedanken zu “SC West Köln – Fortuna Köln 6-5 n.E. (1-0, 1-1, 1-1)

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