Kurz reingeschaut: "Two Pears" im Schauspielhaus Köln

Für Ballett hab ich ja wirklich keine Antennen. So beschränkte sich meine Kritikfähigkeit bei der Aufführung von Amanda Millers „Two Pears“ gestern im Kölner Theater auf zwei Aspekte.

Der erste war die Pause. Man hatte um 20 Uhr gerade Platz genomen, das Licht war erloschen, die ersten Figuren waren getanzt – da fiel der Vorhang, und das Licht ging an. Alles guckt sich an, guckt auf die Uhr: 20:25 Uhr, guckt sich wieder an. Ist das die Pause? Jetzt schon? Die ersten verlassen den Saal, die Türen werden von außen geöffnet. Manche bleiben sitzen, wollen es nicht glauben, verlassen dann schließlich doch den Saal. Tatsächlich: Pause nach dem Ende des ersten Akts nach 25 Minuten. Irritierend, und bei 90 Minuten Gesamtlänge inklusive Pause auch irgendwie unnötig.

Dann wieder abstraktes, sich meiner Beurteilung entziehendes Getanze im zweiten Akt, immerhin mit gelegentlichem Rhythmus.

Dann beginnt, nach einem Umbau auf offener Bühne der dritte Akt. Und selten habe ich so tolle fünf Minuten im Theater erlebt, für die alleine sich der Besuch lohnt. Eine einsame Tänzerin mit zwei Metallstiefeln improvisiert ein paar langsame Figuren, lehnt sich nur nach vorne, auf den Boden, hebt die Stiefel auf udn stellt sie an eine andere Stelle, wieder langsame Bewegungen. Dazu ganz leise Musik, wie aus dem Nebenzimmer. Schließlich wird das ohnehin dämmrige Licht immer weniger, noch weniger, bis man nur noch Schemen auf der Bühne erkennt, die Musik erstirbt und alles ist Dunkelheit.

So ergriffen war ich im Schauspielhaus nicht oft wie in diesem Moment völliger Einkehr und Ruhe.

Danach wird dann doch noch ein bisschen in unscharfe reflektiertem Spotlicht getanzt. Aus meiner Sicht unnötig.

Ein kurzer Ballettabend, der irgendwann vorbei ist und einen grandiosen Moment hatte. Ich habe mich schon schlechter unterhalten.

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