You give Project Management a bad name

Immer wieder liest man davon, dass Jürgen Klinsmann nicht einfach nur Trainer bei Bayern sei – sondern Projektleiter. Zuletzt ging die Süddeutsche heute auf das Thema ein. Die Behauptung, Klinsi sei Projektleiter, ist gleich doppelt interessant: Zum einen könnte sie das bisherige Versagen Klinsmanns als Trainer erklären. Und zum anderen kränkt sie mich in meiner Berufsehre.

Denn jetzt stelle mer uns eez enß ma janz dumm: Wat iss ene Projekt? Hallo, Wikipedia: „Als Projekt bezeichnet man ein einmaliges Vorhaben auf Zeit.“ Richtig, danke. Ebenfalls in der Wikipedia zitiert wird die Definition der International Project Management Association (IPMA):

[Ein Projekt ist] ein zeit- und kostenbeschränktes Vorhaben zur Realisierung einer Menge definierter Ergebnisse entsprechend vereinbarter Qualitätsstandards und Anforderungen.

Gut. War die Aufgabe Klinsmanns als deutscher Nationaltrainer also ein Projekt? Natürlich war sie das, weil es ein klares Ziel gab, das innerhalb beschränkter Zeit erreicht werden sollte: Ein gutes Abschneiden bei der WM 2006.

Was aber ist das Ziel Klinsmanns als Bayern-Trainer, und inwieweit ist die Zeit zu Erreichung dieses Ziels begrenzt? Da fällt es tatsächlich schwer, auch nur eine der beiden Fragen zu beantworten. „Jeden Spieler jeden Tag besser machen“ war mal so eine Aussage von Klinsmann. Ist das wirklich ein Ziel? Ist das denn tatsächlich ernst gemeint: JEDEN Spieler JEDEN Tag? Wie sollte das auch nur gemessen werden? Ein solches Ziel ist Wischiwaschi: Eine löbliche Absicht, ein Mittel zum Zweck, aber kein Ziel. Ist schließlich Podolski in den 5 Monaten (geschweige denn an jedem einzelnen Tag) von Klinsmanns Amtzeit besser geworden? Kroos? Toni? Van Bommel? Lell?

Co-Trainer Vasquez sagte an anderer Stelle einmal: „Jürgen Klinsmann hat eine Vision. Er will den Fußballern ermöglichen, sich als Menschen weiter zu entwickeln.“ Schon das Wort „Vision“ macht deutlich, dass es sich nicht um ein Ziel handelt – abgesehen davon, dass man sich Fragen kann, ob es das Ziel eines Fußballvereins sein sollte, Sozialarbeit zu betreiben? Eine Zeitbeschränkung würde ohnehin fehlen.

Konkreten Zielen, wie z.B. „innerhalb von zwei (oder drei, vier) Jahren die Champions League gewinnen“, „bis zur WM 2010 die Mehrzahl der deutschen Nationalmannschafts-Stammspieler an den Verein binden“ oder auch nur „deutscher Meister 2009 werden“ hat sich Klinsmann expressis verbis verweigert.

Halten wir also fest: Jürgen Klinsmann hat für seine Arbeit beim FC Bayern keine Ziele ausgegeben, die er innerhalb einer begrenzten Zeit erreichen will.

Ist das jetzt alles nur eine akademische Betrachtung? Selbstverständlich nicht. Denn mit der Vereinbarung eines Ziels zwischen Auftraggeber (Club) und Auftragnehmer (Trainer) kommt für den Trainer während der für die Zielerreichung vereinbarten Zeit auch eine gewisse Handlungsfreiheit zustande. Das war bei der Nationalmannschaft noch so: Es gab bis zur WM nur Freundschaftsspiele. Die konnte Klinsmann ruhig verlieren, denn sie waren nur Maßstäbe für den Fortschritt des Projekts. Als solche durchaus wichtig udn diskussionswürdig, aber letztlich entscheidend war nur, dass bei der WM ein gutes Ergebnis herauskam.

Genauso wäre es, wenn Klinsmann als Ziel vereinbart hätte, in zwei Jahren die Champions League zu gewinnen. Er könnte in aller Ruhe darauf hinweisen, dass die Meisterschaft 2008/09 und damit die letzten Niederlagen nebensächlich seien, wenn er 2010 sein Ziel erreicht.

Jürgen Klinsmann hat bis jetzt als Bayern-Trainer so gehandelt, als hätte er die Zeit, die man zu Beginn eines langfristigen Projekts tatsächlich hat, um ein paar Dinge auszuprobieren. Dabei darf ruhig etwas schief gehen, weil man die Weichen für den Rest des Projekts stellt. Wenn man aber die deutsche Meisterschaft 2009 gewinnen möchte (was als Ziel noch nicht mal ausgegeben ist), dann kann man nicht nach 20% der Projektlaufzeit (7 von 34 Spieltagen) schon den gesamten Puffer (7 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze) wegexperimentiert haben, den man in so einem Projekt überhaupt zur Verfügung hätte.

Schlussendlich weist die Süddeutsche heute in ihrem Artikel darauf hin, dass ein Trainer nicht nur die Mannschaft aufstellen und der Herrn über Spielen und Nichtspielen sein darf. Sondern dass er auch konkrete Kompetenzen zum Erfolg des Teams beisteuern muss: „Dass er ein wiefer Wettkampfcoach ist, der in Stresssituationen mit Instinkt das Richtige tut und seinem Team auch grundlegende Tugenden beibringt, aggressives Verteidigen etwa und eine kluge Raumaufteilung.“ Ein Projektleiter ist nicht ein diktatorischer Chef, sondern einTeamplayer, der ganz genau definierte Qualitäten ins Team einbringen muss. Wenn er diese Qualitäten nicht zeigt, verliert er auch seine Autorität, die Mannschaft aufzustellen. Memento Sir Erich!

Ich bitte also herzlich darum, Jürgen Klinsmann nicht mehr als „Projektleiter“ zu bezeichnen. Er hat kein Projekt definiert, und es wäre demzufolge besser, wenn er sich auch nicht so verhalten würde – weil er den FC Bayern München und den guten Ruf aller Projektleiter beschädigt. Und wahrscheinlich auch den der Gilde der Fußballlehrer.

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Ein Gedanke zu “You give Project Management a bad name

  1. FC BAYERN MUENCHEN schreibt:

    FC BAYERN MUENCHEN: die Spieler, die da nicht hingehoeren: weg mit denen: auch: Philp Lahm: verkaufen: wo er bei einem anderen Verein auf seiner Position spielen kann: man merkt es einem Spieler nicht an: dass er unzufrieden ist: man liebt seine Frau und soll mit der Frau des Nachbarn ins Bett gehen: dass auch Frank Ribery unzufrieden ist: dass muss einem Trainer auffallen: Frank Ribery ist ein Fussballer: ein Profi: so wie es aussieht: hat man bei nachgeholfen: den Beruf des Fussballers auszuueben: er teilt doch jedes Mal mit: es muss sich immer drehen um die eigene Achse: damit er ins Spiel findet: das sagt er doch auch vor laufender Kamera: bringt Ihr nicht alles in Ordnung: verlaesst Ihr den FC BAYERN MUENCHEN: haben wir uns da richtig verstanden: sich auch um die Vermarktung kuemmern des FC BAYERN MUENCHEN kuemmern: Qualitaet: alles: das zur Vermarktung dient: muss auch in Qualitaet sein: Farben: Design, Colors: Gone With The Wind: Vom Winde Verweht: sich an dieser Qualitaet orientieren: alles: das fuer den Verkauf angeboten wird den Kunden: Fahne: Artikel: Tassen: Glaeser: Aschenbecher: Bettwaesche: Kugelschreiber: Trickots: Hosen: Stutzen: …..: die Prospekte: die Werbeplakate: das FC BAYERN Zeichen: das alles fungiert zur Vermarktung des FC BAYERN MUENCHEN: Kamera: Werbung: Gone With The Wind: nur ueber die Qualitaet ist der FC Bayern Muenchen zu vermarkten: mann kann auch den FC BAYERN MUENCHEN zu einer Werbeikone machen: geht nur ueber die Qualitaet: Buecher: die Qualitaet: Gone With The Wind: das ist eine 10 Oskarproduktion: erreicht man die Haelfte der Qualitaet: genuegt die Vermarktung von FC BAYERN MUENCHEN weltweit: die Spiele werdenn gewonnen: weil die gegnerischen Mannschaften mehr Defizite auf dem Platz hatten: ZUFALLSSPIELE: damit geht man mit der Zeit in die Brueche: eine Struktur muss hinein in das Spielsystem: Rechtsfuss auf die rechte Spielhaelfte und Linksfuss auf die linke Spielhalefte: hatte ich aber mitgeteilt: kann ich nicht immer mitteilen: dann geht Ihr: A-r-m-i-n V-e-h ist gegangen: einer kommt und einer geht: ichbin derjenige, der Leidet: ich habe keine Zeit alles dreifach mitzuteilen: wenn man mit zwei Spitzen spielt: Links und Rechtsfuss: dann muss der Spieler hinter denen Spitzen beidfuessig sein: damit er sich nicht staendig um die eigene Achse dreht: alle in der Medienwelt wissen: dass die Spieler ueberfluessig sind auf dem Platz: sogar die eigenen Spieler des FC BAYERN MUENCHEN !

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