Jenseits jeder Wirklichkeit

Was soll einem dazu noch einfallen: DFB-Boss Zwanziger erwägt Rücktritt.

Theo Zwanziger erwägt im Fall einer juristischen Niederlage im Rechtsstreit gegen den freien Journalisten Jens Weinreich einen Rücktritt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Wenn das verfassungsrechtlich zulässig ist, werde ich sehr ernsthaft erwägen, ob ich dieses Amt weiterführe“, sagte der 63-Jährige am Montag am Rande einer Pressekonferenz des DFB.

Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten:

  • Entweder, Theo Zwanziger glaubt immer noch ernsthaft, Demagoge bedeute Volksverhetzer. Dann muss sich doch mal jemand im DFB finden, der mit ihm im Duden nachblättert und dem armen Mann seinen simplen Irrtum erklärt.
  • Oder Theo Zwanziger glaubt, mit einer Rücktrittsdrohung Druck erzeugen zu können: Wenigstens auf die Öffentlichkeit, zur Wiederherstellung seiner geliebten „Kommunikationsherrschaft“. Vielleicht aber sogar auf das noch zu bestimmende Gericht.

Beide Varianten verstören mich zutiefst.

Da ist es noch nicht mal mehr irritierend, dass der DFB-Präsident glaubt, seine Rücktrittsmöglichkeiten würden von der Verfassung geregelt. Die „DFB-Verfassung“ kann er nicht meinen, die heißt nämlich Satzung. (Wird der DFB-Präsident wohl wissen, oder?) Bleibt nur das Grundgesetz… Ein akuter Fall von Wirklichkeitsverlust?

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2 Gedanken zu “Jenseits jeder Wirklichkeit

  1. steam0r schreibt:

    Er meint den Satz mit der Verfassugn doch wohl eher so, dass WENN es verfassungsgemäss (ja, Grundgesetz der BRD) seien sollte Ihn als einen Demagogen zu bezeichnen (was das Gericht zu klären hat), DANN würde er DESHALB darüber nachdenken zurückzutreten.

    Wenn man es weniger dramatisch ausdrücken will, und vor allem den total überflüssigen Griff nach der Verfassung weglässt , sagt er also ungefähr: „Sollte es in diesem Land rechtens sein, mich einfach so, ungestraft als Demagogen zu bezeichnen, möchte ich mein Amt nicht weiter bekleiden.“

    Das lässt allerdings doch sehr auf Punkt eins deiner beiden Vermutungen schliessn…

  2. Wahrscheinlich hast du Recht und der Satz ist so gemeint. Aber selbst dann ist die Verfassung immer noch eine Schublade zu hoch oder drei Instanzen zu weit vorgegriffen.

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