Heul doch, Ralle!

Wenn sich noch irgendjemand gefragt haben sollte, warum Rangnick es bei Schalke nicht geschafft hat: Gestern gab’s die Antwort.

„Es ist ein Unding, dass die Waldhof-Fans pausenlos gegen uns gepfiffen, immer unsere gegnerische Mannschaft angefeuert haben.“

Der Ralle fand’s offenbar ganz gemein, dass die Dortmund-Fans einfach immer nur gegen ihn waren. Ohne Grund, ich meine, das geht doch nicht!?! Wo bleibt denn da die Fairness?

„Es kann auch nicht sein, dass sie singen „ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier“. An Stelle von Dietmar Hopp würde ich Waldhof keinen Euro mehr geben“, erklärte Rangnick.

Äh, hallo? Ist schon noch Fußball hier. Und Fankultur.

So langsam wird die Sollbruchstelle im System Hoffenheim deutlich, und sie heißt erstaunlicherweise Ralf Rangnick. Es läuft wohl wie immer: Der Ralf baut eine Mannschaft taktisch hervorragend auf, zerbricht dann aber daran, dass die Welt seine Schlaumeierei nicht mehr ertragen kann udn er sich nicht gewürdigt sieht. Das war bei Ulm mit dem legendären Sportstudioauftritt so, das war bei Schalke so (auch wenn man ihm eine Konfrontation mit Assauer fast nicht übel nehmen kann), und das wird bei Hoffenheim genauso sein.

Erste Anzeichen waren schon nach dem Match gegen Bayern zu erkennen, als Rangnick fürchterlich angefressen war, dass seine ach so überlegene Mannschaft keine Punkte mitnahm. War das ungerecht? Ja. War das eben Fußball? Natürlich!

Advertisements

4 Gedanken zu “Heul doch, Ralle!

  1. Ähnliches habe ich auch schon gedacht, als zum Ende der Hinrunde vermehrt Kritik an Hoffenheim und den agierenden Personen laut wurde. Da offenbart sich vom Trainer übers Management bis zu Dietmar Hopp zum Teil eine unabgeklärte Dünnhäutigkeit, die man so nicht im Profifussball erwartet hätte. Immerhin haben diese Herren meist schon eine entsprechende Erfahrung, sei es in der Bundesliga oder in der Wirtschaft. Der Mannschaft fehlt viel von dieser Erfahrung, trotzdem zeigt die sich deutlich souveräner.

    Das was speziell Ragnick hier bietet, weißt imho starke Parallelen zum aktuellen „Zwanziger-Fall“ auf. Die fehlende Fähigkeit, die eigene Person mal aus neutraler Sicht zu betrachten, gelassener zu reagieren und die üblichen Störgeräusche in der Bundesliga als solche zu erkennen und nicht auf die Goldwage zu legen. Und nicht zu letzt die Verbohrtheit, nicht zu erkennen, das Aussagen wie den oben zitierten extrem kontraproduktiv sind.

  2. Genau das hat Wurst-Ulli im Doppelpass kürzlich gesagt. Sinngemäß nämlich, dass RR bisher immer im ersten Jahr Erfolg hatte. Und im zweiten gerne gefeuert wurde.

  3. Er (U.H) nannte ihn sogar explizit einen „Besserwisser“. Und man kann ja über Hoeneß sagen was man will (und ich als FC-Fan bin auch kein wirklicher Fan) aber er weiß schon was er sagt und behält dabei meistens Recht (s. Daum, s. Matthäus u.a.).

    Ich kann aber noch nicht ganz die Sollbruchstelle sehen, denn das „Team“ um das „Projekt Hoffenheim“ scheint fast zu einer Sekte geworden zu sein. Die Äußerungen eines Jan Schindelmeiser (der R.R. ja immer, immer, immer nach der Pfeife tanzt) oder eines Bernhard Peters (der ja dem Rest der Bundesliga offen vorwirft dumm zu trainieren) machem zumindest den Eindruck daß Rangnick keine Bange haben muß.

    Die Außendarstellung scheint den Hoffenheimer ja sowiso komplett schnurz zu sein, denn wenn man den Springer-Verlag als Hauptsponsor hat, in jedem zweiten Fußball-Feature im Fernsehen als die tolle, liebe, zur Tanke laufende Mannschaft dargestellt wird, die es den etablierten Teams „mal so richtig zeigen kann“, ist die mediale Wirksamkeit doch da wo sie es haben wollen. Wen stört es da noch daß Hoffenheim die unfairste Mannschaft der Liga ist (und dennoch kaum Karten kassiert)? Wen stört es da noch daß es die Hoffenheimer sind die mit ihrem antiseptischen Verständniss von Fußballkonsum die ganze restliche Fankultur gegen sich aufbringen?

    Schuld sind immer die anderen! Womit wir wieder bei R.R. wären…

  4. @axel wg. Sollbruchstelle:
    Für mich ist Rangnick deswegen die Sollbruchstelle, weil es zwar eine Weile funktinoieren kann, alle anderen gemein zu finden und sich gegen sie abzugrenzen. genau genommen ist das sogar ganz wichtig für eine Gruppe. Auf Dauer kann man das aber nicht durchziehen, sonst gibt’s, sagen wir mal: Krach, um keine allzu offensichtlichen politischen Analogien zu implizieren.

    Wie immer, macht Uli Hoeneß auch hier vor, wie’s geht: Bayern steht zwar auch als Feindobjekt zur Verfügung, aber eben als eins, zu dem man wechseln kann, weil sich der FCB eben doch in die große Bundesligafamilie integriert.

    Allein gegen alle wird irgendwann anstregend. Und wahrscheinlich ist Rangnick selbst die Bombe, die irgendwann im Inneren der TSG 18999 platzt und sie zerreißt. Mal schauen, wie er z.B. mit Spielern umgehen wird, wenn die wirklich mal wegwollen. Bei Salihovic wär’s schon fast so weit gewesen.

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s