Callcenter, die Zweite

War ja irgendwie klar, dass die orientierungslose Callcenter-Mitarbeiterin vom Samstag nicht nur die Fehler gemacht hatte, die ich sofort bemerkt hatte.

Heute bekam ich außer dem roten Zettel vom DHL-Boten (*nerv*) auch eine schriftliche  „Bestätigung der Vereinbarung“ von T-Mobile. Man teilt mir freudig mit, dass ich das „Angebotspaket Google G1 schwarz zum Preis von 9,95 EUR brutto“ bekäme. Nee, 1 € war der Bereitstellungspreis, den mir die Dame genannt hatte und den ich auch auf der Website gesehen hatte. Und von Lieferkosten in Höhe von 4,95 EUR war ebensowenig die Rede gewesen.

Insgesamt geht’s zwar nur um 15 €, aber die T-Mobile-Hotline ist für Kunden kostenlos. Einen Anruf war mir die Sache also schon wert, auch aus Prinzip.

Ein freundlicher Mitarbeiter, dem ich mein Anliegen vortrage.
Er: Ob ich mal kurz dran bleiben könne.
Ich kann. Dumdideldumm.
Er wieder: Ob ich online bestellt hätte?
Ich: Nein, telefonisch.
Er: Dann fielen leider 9,95 Bestellgebühren an, nur über die 5 € Lieferkosten könne er mir gerne eine Gutschrift erstellen.
Ich: Aber die Dame hat mir 1 € gesagt, nicht 9,95 €.
Er: Das täte ihm leid, dass seine Kollegin eine falsche Auskunft gegeben habe, aber er könne den Bereitstellungspreis leider nicht ändern. Ob ich Neukunde sei?
Ich: Nein.
Er: Ja, dann sei das leider nicht möglich. Wenn ich Neukunde gewesen sei…
Ich: Verstehe ich das richtig, dass ich jetzt 9,95 € extra zahle, weil ich seit 12 Jahren Ihr Kunde bin?
Er: So könne man das jetzt auch nicht sagen, aber irgendwie sei’s schon so.
Ich: Jetzt geben Sie sich mal nen Ruck.
Er. Tut mir leid, aber da kann ich nichts machen.

Ich gab’s dann auf, darf aber an dieser Stelle festhalten:

  • Bestandskunden werden bei T-Mobile (wie natürlich auch bei vielen anderen Unternehmen) bei einem Tarifwechsel für ihre Treue bestraft. Wahrscheinlich hängen die Incentives der Vertriebler nur am Neukundengeschäft. Übrigens kostet eine Neukundenakquise im Versandgeschäft meines Wissen einige hundert Euro.
  • T-Mobile sieht sich nicht in der Lage, einem 12-jährigen Bestandskunden, der in einen 20 €/Monat teureren Tarif wechselt, eine Rechnung über einmalig 15 € zu erlassen, die ihm nicht einmal angekündigt worden waren.
  • T-Mobile glaubt generell, dass man Kunden, die sich für 24 Monate an einen monatlich 44,95 € (plus einige Gesprächsgebühren) kostenden Tarif binden, einmalig 4,95 € für Versand in Rechnung stellen sollte. (Auch wenn diese Rechnung auf Beschwerde gutgeschrieben wird.)

Canon spart Kosten für USB-Kabel, die Telekom sieht sich nicht in der Lage, auf 1% von sicheren Gesamteinnahmen zu verzichten. Entweder, die Wirtschaftskrise wirft ihre Schatten voraus, oder die Buchhalter haben diese Konzerne übernommen.

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