Ganz kurz reingeschaut: "Der letzte Riesenalk" im Schauspielhaus Köln

Nicht viel Zeit heute, darum in aller Kürze, die dem Stück aber auch gerecht werden müsste.

Der letzte Riesenalk“ ist kein Stück, sondern „ein Diorama“. Das Unverständnis dieses Stücks fängt also bereits im Untertitel an: Was zur Hölle ist ein Diorama? (Einzelne, mir persönlich bekannte Besucherinnen der gestrigen Aufführung, wussten auch nicht, dass ein Riesenalk ein Vogel war, und versuchten verzweifelt, Alkoholismus mit pickenden Kopfbewegungen gedanklich zusammen zu bringen :-))

Gemeint ist wohl diese Bedeutung:

Ebenfalls als Diorama werden in der Nachfolge von Krippendarstellungen stehende Schaukästen bezeichnet, bei denen mit Modellfiguren und -landschaften vor einem oft halbkreisförmigen, bemalten Hintergrund zum Beispiel historische Szenen oder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt werden, auch wenn die ursprüngliche Technik des Dioramas dabei selten Anwendung findet. Diese Dioramen sind häufiger in naturkundlichen und technischen Museen zu finden und können sehr kunstvoll sein.

Aha, soso. Im letzten Riesenalk wird tatsächlich wenig gesagt, mehr gezeigt. Ist Hauptdarsteller Josef Ostendorf jetzt ein Wissenschaftler, der über Angst forscht? Oder ist er der Riesenalk? Irgendwie beides, aber was hat beides miteinander zu tun?

Viel Atmosphärisches, viel Angedeutetes bricht über den Zuschauer hinein, leider auch viele Längen. Das Thema wird wohl bewusst verschleiert, allerdings trägt aber die Inszenierung die emotionale Ebene nicht, wie sie das beim konzeptionell sehr vergleichbaren „Heute: Raum Lumina“ sehr wohl noch konnte.

Ein paar witzige Szenen können die Inszenierung nicht herausreißen, die im Gewollten bleibt. Und selbst wenn Kunst in diesem Fall tatsächlich nicht von „wollen“ käme – von „konfus“ kommt sie auch nicht. Immerhin gibt es ein fast anrührendes Ende, das ein bisschen für die vorangegangene Orientierungslosigkeit entschädigt.

Verwirrend, verworren, verschenkt.

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