Die zweifelhaften Methoden des Professor Pfeiffer

Der Herr Professor mal wieder. Dieses Mal muss ich ihn nicht mal selbst zerlegen, das übernehmen SZ und NZZ:

Dem methodischen Murks zum Trotz hat Pfeiffer den Rechtstrend der deutschen Jugendlichen richtig erkannt. Leider weiß er damit wenig anzufangen. In Berlin warb er für Ganztagsschulen – damit Jugendliche nachmittags nicht auf dumme Gedanken kommen.

Das ist übrigens die Standardforderung Pfeiffers: Kinder ihren Eltern wegnehmen.

Wofür sich weder Pfeiffer noch Schäuble ernsthaft interessieren, ist ihr Forschungsgegenstand. Sie fragen nicht, warum vor allem junge Männer nach rechts außen tendieren. Sie sitzen nur vor ihrer Studie und sagen: Geh weg!

Warum auch sollte man sich für Dinge interessieren, die einem selbst ohne dieses Interesse helfen, sich zu profilieren?

Das Internet macht es möglich, die Medienberichterstattung direkt mit dem Text der Studie zu vergleichen, die im Volltext im Netz steht (www.kfn.de/versions/kfn/assets/fb107.pdf). Wer das tut, wird Anlass zum Erschrecken finden, weil das Medienecho nicht nur den Schwerpunkt der Studie grob verzerrt wiedergibt, sondern auch eine völlige Kritiklosigkeit gegenüber den methodischen Fragwürdigkeiten des Unternehmens erkennen lässt. Schief sind fast alle Schlagzeilen über die Ergebnisse, misst man sie am Schwerpunkt der Untersuchung.

Kernbotschaft des Hauptteils ist die Aussage, dass die Jugendgewalt entgegen der öffentlichen Wahrnehmung weiter zurückgeht. Aber da bekanntlich «good news» keine ordentlichen Nachrichten abgeben, stürzt man sich auf den Schlussteil, der auf 15 Seiten von «Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus» handelt .

Liest man die Details, so gibt es gute Gründe für Zweifel an den volltönenden Behauptungen.

Tja, das ist eben der Unterschied zwischen Wissenschaftlern und Politikern (inkl. Ex-Politikern): Mit Zweifeln kommt man nicht auf ein Podium.

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