Fortuna Köln – SSVg Velbert 1-0 (1-0)

Fast schien es, als hätten die Veranstalter geahnt, was die Zuschauer erwartet. Oder hätten sie sonst vor dem Spiel Hinweiszettel verteilt, dass man das Stadion in der Pause nicht verlassen solle? Besser wär’s jedenfalls gewesen.

Wichtiger Hinweis

Aber vielleicht lag es ja auch am diesigen Wetter oder am Datum, dass es ein grauenhaftes Gekicke im Südstadion wurde. Während ich dies schreibe, dümpeln jedenfalls auch alle drei Sonntagsspiele der Bundesliga zäh vor sich hin.

Südstadion

Trainer Mink hatte dem Drängen der Fans nachgegeben und Kevin Kruth in die Startelf gestellt, der in den letzten beiden Spielen jeweils nach seiner Einwechslung getroffen hatte. (Übrigens hatte auch das Stadionmagazin für die beiden Fanlieblinge Partei ergriffen und Kruth zum Titelhelden und Mimbala zum Posterboy gemacht.) Warum Mink allerdings gegen den Tabellenvorletzten aus Velbert nicht den Mut aufbrachte, mit zwei Spitzen zu stürmen, und Marco Stasiulewski auch im Verlaufe der Partie nicht einwechselte? Ein Rätsel. Diese Spieler begannen für die Fortuna: Möllering – Maaßen, Mimbala, Schroden, Gran – Beckers, Höffgen – Glaser, Blankenheim, Dahmani – Kruth. Also war auch Kapitän Glaser wieder so weit hergestellt, dass er fast 90 Minuten (Auswechslung erst kurz vor Schluss) durchhalten konnte.

Auflaufen der Mannschaften

Die Fortuna bemühte sich zu Beginn des Spiels noch erkennbar, ein frühes Tor zu erzielen, checkte bereits am gegnerischen Strafraum vor, übte großen Druck aus und ließ Velbert gar nicht erst ins Spiel kommen. Als diese Anstrengungen sich aber nicht auf der Anzeigetafel niederschlugen, ließ der Druck nach rund 15 Minuten wieder nach – wobei es für den Rest des Spiels bleiben sollte.

Insbesondere im Spiel nach vorne mangelte es mal wieder an Kreativität, oft auch an Mut und Können. Christian Beckers, von mir nach dem Wattenscheid-Spiel noch hoch gelobt, konnte keinerlei Impulse setzen. Und ein bisschen machte es auch den Eindruck, als würde die Anwesenheit von Stephan Glaser das Spiel der Fortuna in Schlagseite bringen. Natürlich ist Glaser als Kapitän, Antreiber und Techniker kaum ersetzbar. Aber ähnlich wie bei Bayern München, wenn Franck Ribéry aufläuft, so zieht auch Glaser auf dem rechten Flügel sehr viele Bälle an sich, spielt sie aber nicht immer wieder so schnell ab, dass die Lücken ausgenutzt werden, die angesichts der Gegneransammlung um ihn herum anderswo auf dem Feld eigentlich entstehen müssten.

Kurz vor der Halbzeit dann das Tor des Tages. Eine Ecke ist schon fast geklärt, da fällt der Ball rund 12 Meter vor dem Tor dem von hinten heranrauschenden Daniel Maaßen vor die Füße, der abzieht und das Gerät in die Maschen jagt. Pause.

Jubel nach dem 1-0 von Daniel Maaßen

Die zweite Halbzeit wurde dann ein einziges Trauerspiel aus Fehlpässen, nicht gespielten Pässen, zu spät gespielten Pässen, schlampig gespielten Pässen und Stockfehlern. Eine einzige echte Torchance erspielte sich die Fortuna noch, der Gegner keine. Auch Matthias Mink wollte das Grau in Grau nicht mit einer frischen Auswechslung durchbrechen, brachte erst in der 77. Minute mit Malsch für Beckers überhaupt einen neuen Spieler. Stasi oder Bably einzuwechseln, um nach vorne vielleicht die Entscheidung zu suchen? Fehlanzeige. Stattdessen kam in der 84. Podlas für Glaser und zeigte seine gewohnten, gegnerfreundlichen Endlosfummeleien.Halili für Maaßen, eine Minute später, war auch nur ergebnissichernd gedacht.

Und als man kurz vor Schluss, bei einem Freistoß für Velbert 35 m vor dem Tor, Angst haben musste, dass ein hoher Ball in den Strafraum und ein Velberter Kopf an der richtigen Stelle doch noch die gerechte Strafe für das schlimme Spiel der Fortuna hätten bringen können – da schoß der Velberter Spieler den Freistoß im hohen Bogen auf die Südtribüne. Inkompetent. Schlusspfiff. Danke.

Drei Punkte, nach deren Zustandekommen schon morgen niemand mehr fragt. Hoffentlich.

Den Blick nach vorne

Alle meine Bilder vom Spiel bei Flickr.

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