Kurz reingeschaut: The Virgins im Gebäude 9 in Köln

Freunden war dasselbe schon mal auf einem Thursday-Konzert passiert, mir bislang noch nicht, jetzt schon: 20 Jahre älter zu sein als der Durchschnitt der Besucher, hier insbesondere: der Besucherinnen. Ein Ansammlung von 16-jährigen Mädchen, wahlweise im Mitte- oder im Backfisch-Schick hatte sich im Gebäude 9 eingefunden, wo sonst die mittelalten Indie-Slacker ihre Stelldicheins feiern. KLar, die Band ist auch jung, aber trotzdem… Ich war über die Empfehlung einer (nicht mehr im Teenie-Alter befindlichen) Freundin auf das Konzert geraten, hatte mir vorab einige Songs der Virgins angehört, für gut gefunden und beschlossen, die 18 Euro für die Karte zu investieren. Und tatsächlich sollte ich nicht enttäuscht werden.

The Virgins im Gebäude 9

Die Virgins spielen eine nicht gerade brandneue, aber doch erfrischend energetische Mischung aus den Strokes, den Dead 60s und Mick Jaggers Soloplatten. Das groovt immer kompetent, ist melodisch abwechslungsreich und hat ganz einfach den Schmiss, mit dem man es ganz nach oben schaffen kann. Eine Revolution wird diese Band sicher nicht auslösen, aber wem es gelingt, noch vor der Deutschland-Veröffentlichung seines ersten Albums die zu groß angesetzte Location „Gebäude 9“ immerhin halb zu füllen, der muss schon was haben. Und das kann nicht nur der Schlag bei den Teenies sein. Aber offensichtlich auch.

The Virgins im Gebäude 9

Etwas enttäuschend war die kurze Dauer des Konzerts. Nach gerade mal 30 Minuten, man hatte sich gerade eingegroovt, ging die Band schon wieder von der Bühne. Dass sie zurückkam, war selbstverständlich, und ich war gespannt, welche Cover-Versionen sie sich zurecht gelegt hatte. Ihren Hit „Rich Girls“ hatten sie bereits im regulären Set gespielt, und so viel Material ist da ja noch nicht. Ich wurde auf’s Positivste überrascht. Denn eine Band, die Velvet Underground („Countess From Hong Kong“), Squeeze („Up The Junction“) und INXS („Devil Inside“) einstudiert, der kann man in Sachen Haltung nun aber wirklich überhaupt gar nichts vorwerfen.

Anschließend der inzwischen auf fast allen Konzerten übliche Abgang: Musik wird eingespielt, während die Band noch von der Bühne geht, das Publikum wendet sich sofort zum Gehen. Muss das eigentlich sein? Ich jedenfalls hätte gerne noch mehr gehört.

Ein echtes Überraschungskonzert: Entspannt hingegangen, nichts erwartet, als Freund der Band gegangen. Die können was.

The Virgins

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