Kurz reingeschaut: The Hold Steady live im Luxor in Köln

Na wenigstens ein Konzert am vergangenen Wochenende, das den hohen Erwartungen gerecht wurde. The Hold Steady waren in der Stadt, die witzigerweise als einen ihrer Einflüsse laut Wikipedia auch Hüsker Dü angeben, dort aber mehr Grant Hart als Bob Mould. Das passt, auch wenn die Band ansonsten natürlich immer in einem Atemzug mit Bruce Springsteen genannt werden muss: Die sägenden Gitarren, die klingende Pianobegleitung und vor allem die EMPHASE lassen einen unwillkürlich an den frühen Boss denken.

Aber natürlich haben The Hold Steady ihren eigenen Stil, der sich nicht nur in typischen Harmonien äußert, sondern vor allem auch darin , dass die upliftende Musik im harten Kontrast zu ihren messerscharfen Texten steht, die „sozialkritisch“ zu nennen diesen lakonischen, oft fast depressiven Situations- und Zustandsbeschreibungen nicht gerecht würde.

Nach der sehr mittelmäßigen, stilistisch nicht gut passenden Vorband war es da ein Segen, als Bobby Drake die Bühne enterte, die ersten A-Capella-Wort von „Hornets! Hornets!“ in Publikum shoutete und sofort klar machte, dass hier eine Band angetreten war, die ihr Publikum mit machtvoller Präsenz unterhalten wollte.

Und so bretterten The Hold Steady in den folgenden anderthalb Stunden durch ein Set aus Power-Riffs, aus Klavier-Arpeggios und vereinzelten Metal-Licks.

Nur zwei Atempausen gönnten die Brooklyner ihren mitwippenden und armereckenden Zuschauern, ihre einzigen beiden echte Balladen, „Lord, I’m discouraged“ und „First Night“.

Da ging ein Midtempo-Track wie „Southtown Girls“ schon fast als aktive Erholung durch.

Am Ende muss man zu einem Hold-Steady-Konzert nicht so viel sagen. Diese Band kann spielen, und diese Band will spielen. Da muss man halt nur hingehen und Spaß haben wollen – dann hat man ihn auch.

Gerne wieder.

The Hold Steady

The Hold Steady

The Hold Steady

P.S.: Ach so, liebes Luxor: Auf beide Eintrittskarten vom Wochenende hattest du extra geschrieben, dass die Konzerte pünktlich beginnen würden. Und was war? Einmal 45 Minuten nach ausgewiesenem Beginn, einmal 75 Minuten nach ausgewiesenem Beginn.  Verarsch dich doch nächstes Mal bitte selbst und hetz mich nicht so rum.

Advertisements

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s