Kurz reingeschaut: "Sunshine Cleaning"

„Sunshine Cleaning“ ist ein netter, unterhaltsamer, kleiner Film, der sich von einem wirklich großen Film aber genauso unterscheidet wie Ratatouille (also das Essen, nicht der Film) von einer perfekten Spaghetti Napoli. Manchmal ist weniger eben mehr.

„Sunshine Cleaning“ erzählt die Geschichte der Schwestern Rose und Norah Lorkowski. Rose (Amy Adams) arbeitet als Putzfrau, schämt sich aber dafür. Norah (Emily Blunt) arbeitet gar nicht, seit sie von ihrer letzten Stelle als Kellnerin gefeuert wurde, lebt noch bei ihrem Vater und schämt sich für beides kein bisschen. Von ihrem Liebhaber, einem verheirateten Polizisten, wird Rose dann auf die Idee gebracht, dass die Reinigung der Schauplätze von Gewaltverbrechen, Selbstmorden und natürlichen Todefällen ein sehr einträgliches Geschäft ist. Ohne die blasseste Ahnung stolpern die beiden Schwestern als selbstständige Unternehmerinnen in den neuen Job, und lernen ihn wider ihr erstes Erwarten nicht nur finanziell zu schätzen.

„Sunshine Cleaning“ hat mit seinen sympathischen und durchweg guten Darstellern ein großes Potenzial, verstrickt sich aber darin, zu viele Motive und Handlungsstränge zu eröffnen (Ratatouille), die dann aber leider nicht in der notwendigen Tiefe erforscht werden können (Spaghetti Napoli). Da sind, um ein paar zu erwähnen: Die Beziehung der Schwestern zum Vater, der frühe Tod ihrer Mutter, die Beziehung von Norah zur Tochter einer Verstorbenen, die Beziehung von Rose zu ihrem Polizisten-Liebhaber, das Verhältnis von Rose zum Besitzer des Reinigungsmittelgeschäfts, die Reaktion der am Ort alteingesessenen Unternehmen im Biohazard-Removal-Business, die Beziehung von Roses Sohn zu seiner toten Großmutter und natürlich noch die Haupthandlung.

Diese Fülle von Ideen lässt den Film zwar keine Sekunde langweilig werden. Aber die Erzählkurve bleibt etwas zu flach, es fehlen die wahren Höhen und Tiefen, die den Film über den guten Durchschnitt heben könnten. Für einen regnerischen Feiertagsnachmittag ist „Sunshine Cleaning“ aber eine Wahl, mit der man nichts falsch machen kann.

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