Kurz reingeschaut: Neil Young im Tanzbrunnen in Köln

Meine kleine „Woche der Legenden“ fand gestern ihr Ende, auch wenn Neil Young natürlich ein paar Jahrzehnte mehr Erfahrung vorzuweisen hat als De La Soul mit ihren vergleichsweise lächerlichen 20 Jahren. Der alte Mann trat gestern im Tanzbrunnen auf, der schönsten und angemessen traditionsreichen Kölner Open-Air-Location. Das Wetter spielte zum Glück auch mit und blieb trocken, denn bei Regen gibt es immer ein rechtes Gedränge unter den ja doch nicht flächendeckenden Schirmen.

Neil Young

Schon um Punkt 20 Uhr betrat Young die Bühne: Nach einigen Gerichtsterminen mit einem ruhebdürftigen Nachbarn müssen Tanzbrunnen-Konzerte spätestens um 23 Uhr beendet sein, was kurz vor dem längsten Tag des Jahres nicht viel Spielraum lässt, auf die stimmungsvollere Dunkelheit zu warten.

Das Konzert begann mit „Hey hey, my my“, und auch in der Folge spielte Young eine bunte Mischung seiner größten Hits: „Cinnamon Girl“. „Harvest Moon“, „Words“, „Are You Ready For The Country?“ und als Abschluss des zweistündigen Sets natürlich „Keep On Rocking In The Free World“, bei dem erst nach dem dritten Feedbackfest und anschließender Wiederaufnahme des Refrains Schluss war. Besonders freute ich mich über zwei Songs von meinem Lieblingsalbum „Ragged Glory“: „Mansion on the Hill“ und „Mother Earth“.

Wirklich vermissen konnte man vielleicht nur „Like A Hurricane“ und „Heart of Gold“ (jaja, liebe Leser, und natürlich ein Dutzend andere Klassiker).

Besonders angenehm an Neil Young ist, dass er sich mit Gequatsche zurückhält. Die erste Ansage gab es nach einer geschlagenen Stunde, insgesamt richtete er kaum mehr als 20 Worte an das Publikum. Schön, wenn einer lieber seine Musik sprechen lässt.

Was hätte man also mehr wollen können? Vielleicht einen besseren Sound. Kann sein, dass der nur ganz hinten so scheppernd bis mies war, wo er teilweise auch merklich vom Wind verweht wurde. Aber auch das habe ich im Tanzbrunnen schon deutlich besser erlebt. Und auch eine oder zwei Zugaben mehr hätte ich gerne genommen. Die einzige Zugabe war dafür eine schön zersägt Version von „A Day In The Life“.

Unterm Strich habe ich also ein weiteres Häkchen hinter eine Legende der Musikgeschichte gemacht. Vollständig vom Hocker reißen kann einen so Neil Young aber auch nicht mehr, dafür ist seine Musik einfach nicht mehr revolutionär genug. Aber für sehr unterhaltsame zwei Stunden reicht’s allemal.

Neil Young

Neil Young

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