Sind Konzertveranstalter nur die letzten Wegezöllner?

Wenn ich die Antworten der Kandidaten zum Vorsitz der Piratenpartei und die schon länger geführte Diskussion zum Thema Urheberrecht kurz mal reflektiere, dann drängt sich mir gerade folgende Frage auf: Warum wird eigentlich das Geldverdienen durch Konzerte gegenüber dem Geldverdienen durch CD-Verkauf so glorifiziert?

Ich habe diese Position auch selbst schon vertreten. Aber der einzige wesentliche Unterschied ist doch der, dass im digitalen Zeitalter die Hersteller von physikalischen Medienträgern keine Wegezöllner-Funktion mehr wahrnehmen können, weil um ihren Weg, die CD, viele andere herum führen. Bei Konzerten geht das nur deswegen noch, weil um sie herum regelmäßig Mauern gebaut sind, durch deren Türen ich nur mit einem Ticket komme.

Insofern ist die Position, Künstler zu loben, die sich zum Beispiel Eventvermarktern anstatt Musiklabels verkaufen, weil sie den Zuschauern angeblich das geben, was sie wollen UND damit Geld verdienen, nur faktisch haltbar, aber nicht grundsätzlich.

Gerade am Wochenende von Rheinkultur und bald exakt 40 Jahre nach Woodstock darf man die Frage mal stellen.

Ich muss selbst erst mal über eine Antwort nachdenken. Aber ich ahne, dass die puristische Poition die konsequente Abschaffung von „geistigem Eigentum“ und die vollständige Sozialisierung von einmal geschaffenen kreativen Leistungen enthalten müsste.

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3 Gedanken zu “Sind Konzertveranstalter nur die letzten Wegezöllner?

  1. vincent schreibt:

    wird denn beim konzert die leistung nicht genau mit dem auftritt, der show geschaffen? sind livebands nicht köche für die ohren? es geht beim pfeffergrill ja auch nicht ums geistige eigentum am rezept für die jägersoße, sondern darum, dass die pilze bezahlt werden müssen und der koch für seine arbeit entschädigt wird.

  2. Und am Eingang steht natürlich auch ein Verbotsschild für Kameras jedweder Art. Also in der Theorie ist das System ob CD oder Live-Event – in diesem Punkt – nicht so verschieden. Nur dass es beim Event noch durchsetzbar ist.

    Ein Konzertbesuch bleibt natürlich immer etwas Besonderes. Dennoch muss aus Sicht der Veranstalter der visuelle Eindruck nach aussen unterbunden werden, um die Wertigkeit zu erhalten.

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