Ullas Dienstwagen: Geopfert für eine Privatkasse

Mir war schon immer klar, dass es sich irgendwann auszahlen würde, Bekannte in Els Poblets zu haben: Die Redaktion der etwas prahlerisch benamten „Spanischen Allgemeinen Zeitung“ (SAZ), bei der mein Freund und Blogpartner „Wilhelm Wagner“ arbeitet, hat dort ihren Sitz.

Und als heute Abend Ulla Schmidt in der „Casa de Cultura“ von Els Poblets einen von zwei Terminen hatte, die so wichtig waren, dass sie sich dafür ihren Dienstwagen klauen ließ, entsandte die SAZ lieber gleich mal ihre Herausgeberin. Und die erlebte einen Treppenwitz in der Geschichte der Dienstwagenaffären. Denn die Veranstaltung in dem 6.000-Einwohner-Dörfchens entpuppte sich als Werbeveranstaltung – für eine private Krankenversicherung!

Don Willi schreibt:

Und so lag überall im überhitzten Rathaussaal die Asssa-Werbung auf den Tischen – gesprochen wurde aber auch über die Konkurrenz von der DKV. Die dürfte sich kaum gefreut haben.

Wer weiß? Man muss sich das schließlich auf der Zunge zergehen lassen: Die Bundesgesundheitsministerin lässt ihren Dienstwagen nach Spanien fahren, der dort zu allem Überfluss geklaut wird, um sich als erklärte Befürworterin der öffentlichen Krankenkassen vor den Karren einer Privatversicherung spannen zu lassen. Perverser geht’s nimmer.

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2 Gedanken zu “Ullas Dienstwagen: Geopfert für eine Privatkasse

  1. Jens schreibt:

    Bin ja wirklich kein Freund von Ulla, aber das ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Ich finde nirgend Hinweise dafür, daß Frau Schmid sich pro-Privatversicherung geäußert hätte oder sonstwie Stellung bezog. Daß die Veranstaltung generell mit ihrem Fachthema zu tun hatte und die Zusammensetzung der Teilnehmer kann man ihr auch weniger vorwerfen.

  2. Natürlich ist das nur der letzte Dreh in einer schon von vornherein seltsamen Geschichte. Und ich habe nicht behauptet, dass sich Ulla Schmidt pro PKV geäußert hätte, nur dass sie sich vor deren Karren spannen ließ. Denn es ist Tatsache, dass die Diskussion in Els Poblets als neutrale Info-Veranstaltung angekündigt worden war, dann aber von einer spanischen PKV zu Werbezwecken genutzt wurde, die zudem noch eine Vertreterin als „Expertin“ auf der Bühne platziert hatte.

    Das ist kein Skandal von Flickschen Dimensionen. Aber es ist eine interessante Randnotiz, wenn man bedenkt, dass Frau Schmidt für diese Veranstaltung (und den Eintrag ins goldene Buch der Stadt, oder so ähnlich) ihren Dienstwagen, Chauffeur und Chauffeurssohn 5.000 km durch Europa kutschieren ließ.

    Nicht mehr, nicht weniger.

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