Fortuna Köln – VfB Speldorf 0-0

Das erste Heimspiel der neuen Saison, und gleich die erste Enttäuschung. Gegen den Aufsteiger aus Speldorf hätte nach Papierform trotz widriger Rahmenbedingungen ein besseres Resultat hergemusst, doch nach dem Spiel konnte die Fortuna heilfroh sein, wenigstens den einen Punkt im Südstadion behalten zu haben.

Regen

Die Mannschaft lief in der neuen 4-4-2-Formation (*stimmt nicht, Korrektur am Ende des Artikels im Nachtrag*) auf: Blech – Venekamp (Gran, 70.), Marten, Jagusch, Furucu – Dahmani (Maouel, 70.), Ende, Blankenheim (Beckers, 84.), Glaser – Can, Schwarz. Also keine Änderung gegenüber der letzten Anfangsformation, außer natürlich Mario Schwarz für den im ersten Match so böse verletzten Kevin Kruth.

Spielerkreis

Zu Beginn des Spiels bekam die Fortuna die Partie ganz gut in den Griff. Das Vorchecking funktionierte, die Mannschaft lief viel, die Außenverteidiger rückten weit auf und machten den Raum für den Gegner eng. So gut aber das Spiel defensiv lief, so wenig gelang der Fortuna nach vorne. Der von heftigem Regen durchweichte Rasen bot keinen guten Untergrund für das Kurzpassspiel, und obwohl das Bemühen erkennbar war, funktionierten die Kombinationen noch nicht. Und wenn man mal bis in Tornähe vorgedrungen war, wurde der Ball meist vertändelt oder der Abschluss geriet zu schwach.

Die erste Großchance hatte dann auch Speldorf: Eckball, scharfer Kopfball – und Sascha Jagusch konnte wenige Meter vor der Torlinie gerade noch mit dem Kopf klären.

Bis zur Pause passierte nicht viel, außer dass Stephan Glaser sich auf halbrechts nach endlich mal gefährlichem Steilpass nicht durchsetzen konnte und Cengiz Can einen guten Steilpass grätschend nicht mehr ganz erreichte und viel zu schwach in Richtung Keeper brachte.

Budenzauber im Gästeblock

Nach der Pause verlor die Fortuna völlig den Faden. Kaum noch etwas ging, trotzdem sie mehrheitlich in Ballbesitz war. Doch der Spielaufbau war genauso schlecht, wie man das aus dem letzten Jahr kannte, und nicht alles konnten die Spieler auf den klitschnassen Rasen schieben.

Namen müssen fallen: Beiden Außenverteidiger, Furucu und Venekamp, erwischten einen ganz, ganz schlechten Tag. Venekamp hatte sich schon in der ersten Halbzeit zwei, drei Mal böse abkochen lassen. In der zweiten Halbzeit verlegte er sich mit seinem Pendant vom rechten Flügel gezielt darauf, den Spielaufbau der Fortuna mit üblen Fehlpässen im Keim zu ersticken und dem Gegner gute Konterchancen zu eröffnen, die der zum Glück nicht ausnutzen konnte. Alternativ waren nur weit nach vorne geschlagene Bälle im Angebot. Aber dafür übt ein Trainer der Post-Trapattoni-Ära normalerweise kein 4-4-2 ein.

Fortuna Köln - VfB Speldorf

Der andere Ausfall war Alexander Ende auf der Sechser-Position. Wenn das die Leistung ist, mit der er vor der Saison Christian Beckers verdrängt hat, dann kann der eigentlich nur besoffen zu jedem Training erschienen sein. Da man das aber wohl ausschließen kann, will ich auch ihm einen schwachen Tag attestieren: Seine meisten Pässe gingen quer auf die Außenverteidiger, übten also ungefähr null Druck auf die gegnerische Defensive aus. Selbst nach vorne ging er fast gar nicht, seine Bälle ind ie Spitze waren viel zu lasch und hoch, und gegen Ende der Partie spielte auch er einige horrende Fehlpässe in den Fuß des Gegners, als bei guten Kontersituationen ein einfacher Pass auf den Flügel eine gefährliche Situation herauf beschworen hätte.

Daniel Blankenheim, eigentlich als Spitze der Raute gedacht, ließ sich zwar regelmäßig nach hinten fallen und bot sich bei Ballbesitz als zweiter Sechser an, bekam aber entweder den Ball nicht, weil der vorher verloren wurde, oder er passte sich dem dynamikfreien Spiel von Ende an.

Einziger heller Moment bei Alexander Ende: Einen weit abgewehrten Eckball drosch er aus 30 Metern in Richtung Kasten. Wenn der Ball nicht noch von einem Speldorfer geblockt worden wäre, dann hätte der Torwart voraussichtlich erst am Luftzug bemerkt, dass da was eingeschlagen war.

Auch die übrigen Fortunaspieler konnten sich kaum einmal auzeichnen. Mario Schwarz fand überhaupt keine Bindung ans Spiel, Hamdi Dahmani wurde zu Recht ausgewechselt. Lediglich bei Kapitän Glaser war immer das Bemühen und der Kampf erkennbar, doch selbst ihm gelang wenig. Immerhin Sascha Jagusch strahlte große Sicherheit aus, und Niklas Blech hielt, was er halten musste.

Stephan Glaser

In den letzten 15 Minuten kam Speldorf auf und stürzte die Verteidigung der Fortuna von einer Verlegenheit in die andere. Mit simplen Mitteln spielte sich der Aufsteiger durch die Reihen der Rotweißen, hätte das Tor in mehreren Situationen eigentlich machen müssen und für die konsequentere Spielanlage deutlich verdient gehabt.

Am Ende war es für die Fortuna also ein gewonnener Punkt. Trainer Matthias Mink gestand auf der Pressekonferenz, die sympathischerweise vor der Tribüne abgehalten wurde, unumwunden ein, dass seine Mannschaft ein schlechtes Spiel gemacht hatte. Mehr war leider nicht zu verstehen, weil die Anlage viel zu leise und zu schepperig eingestellt war.

Pressekonferenz nach dem Spiel vor der Tribüne

Das einzige große Lob, das heute an die Mitglieder der offiziellen Fortuna-Familie gehen kann, gebührt Lukas Stelmaszyk, dem neuen Stadionsprecher der Fortuna: Der bemühte sich nach Kräften und auch gekonnt, wenn auch hier und da noch etwas unbeholfen, Stimmung zu machen. Nur die Lobhudelei (ungeschlagen, ohne Gegentor) nach dem Abpfiff war peinlich. Aber die Musikauswahl vor und nach dem Spiel und in der Pause war ein ganz weiter Schritt nach vorne.

Sonntag steht schon das nächste Heimspiel an, wieder gegen einen Aufsteiger: Möglichkeit zur schnellen Rehabilitation. Obwohl es wieder regnen soll… Ein erstes Urteil über die Leistungsstärke der Fortuna zu Saisonbeginn will ich mir erst im Anschluss an dieses dritte Saisonspiel erlauben.

Alle meine Fotos vom Spiel bei Flickr.

Offizielle Fotos von palim bei Flickr.

[Nachtrag] Das mit dem 4-4-2 war wohl ein Fehlschluss. Aufgestellt war anscheinend ein 4-5-1 mit einem Sechser und zwei Achtern, Blankenheim und Schwarz, von denen Schwarz offensiver ausgerichtet war. Das erklärt in der Tat auch die vergleichsweise tiefen Positionen der beiden, wobei ich nicht genau verstehen kann, wieso gegen einen Aufsteiger nicht zwei Stürmer auflaufen und wieso Daniel Blankenheim defensiv ausgerichtet wird, der seine Stärken nach vorne nun wirklich seit langem bewiesen hat.

Neu gestalteter Toiletteneingang

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