Start in die neue Serien-Saison: Dexter, FlashForward, Curb, Californication

In der vergangenen Woche ist die neue US-Serien-Saison gestartet. Hier ein kurzer Blick in die ersten Folgen von ein paar der wichtigsten Produktionen.

Dexter
Dein liebster Serienkiller ist zurück, und es geht ihm gut: Frau, Kind, Haus. „How much are we living the dream?“ fragt sie ihn. Er antwortet: „Very much“ – und man spürt, wie sich in seinem Inneren die Eingeweide winden. Natürlich will der Soziopath Dexter eigentlich viel weiter weg sein von allen anderen Menschen, als es ihm die Suburbia ermöglicht. Als dann sein nächstes Opfer auftaucht, ein etwas zu klischeehaft unsympathischer, brutaler Familienschläger, hat Dexter mit seiner Doppelrolle zu kämpfen: Der Killer ist übermüdet, weil ihn sein Baby-Sohn nachts wach hält, und Dexter schläft schon beim Ausspionieren des Opfers ein. Aber auch ein paar weitere, vielversprechende Story-Fanfaren, natürlich Dexters voraussichtlich nächster Endgegner: der perfekteste, nicht gefangene Serienkiller in der Geschichte der USA, sowie ein spektakulärer Cliffhanger machen Lust auf die nächsten Folgen. Eigentlich ist bei Dexter alles wie immer: Tolle Schauspieler, mehrere Handlungsfäden, die alle auf irgendeinem Grat wandeln. Ich bin gespannt!

FlashForward
FlashForward ist eine neue Serie. Zum gleichen Zeitpunkt fallen ohne Vorwarnung alle Menschen auf der Welt für gut zwei Minuten in Schlaf, der aber keineswegs traumlos ist: Alle, so scheint es, träumen zwei Minuten ihrer Zukunft in rund einem halben Jahr. Wenigstens stimmen die verschiedenen Träume perfekt miteinander überein, und erste Teile werden bereits erfüllt. FlashForward setzt ganz auf den Mystery-Faktor seiner Story, wobei meiner Ansicht nach eine andere Ebene noch fehlt: die Menschliche. Auf Dauer trägt auch eine noch so spannende Geschichte keine Serie, wenn nicht auch die Personen glaubhaft sind und eine gewisse Tiefe zeigen. Das konnte ich in der ersten Folge noch nicht erkennen. Kann ja noch werden.

Curb Your Enthusiasm
Die Improv-Comedy rund um Seinfeld-Erfinder Larry David geht schon die siebte Staffel, und sie scheint, nach den ersten beiden neuen Folgen zu urteilen, etwas überreizt.  Es wird viel geschrieen und viel blamiert, aber die Storylines sind nicht mehr so subtil wie in früheren Staffeln. Meist ist nach zehn Sekunden klar, warum Larry in der aktuellen Szene mal wieder mehr oder weniger ungerechterweise als Unsympath dasteht. Die alten Staffeln schlugen den Bogen da meist noch über ganze Folgen, in denen am Ende ein während der ganzen Folge diskutiertes Thema Larry plötzlich vor ein unlösbares soziales Dilemma stellte. Das ist jetzt nicht mehr so, und es drängt die Serie mehr in Richtung Klamauk. Guter Klamauk vielleicht, aber immer noch Klamauk. Außerdem fehlt Cheryl Hines als Larrys Ehefrau, die den früheren Folgen als Ruhepol diente, der jetzt auch fehlt. Steigerungsfähig.

Californication
Bereits nach wenigen Sekunden wieder in Höchstform ist dagegen die dritte Staffel von Californication: Hank schläft beim Sex mit irgendeinem Häschen ein, sie verlässt das Haus empört, Hank stolpert im Bademantel in den Flur, wo ihm seine Tennage-Tochter mit einer Freundin entgegen kommt, beide komplett stoned – und zwar von Dope, das sie in Hanks Arbeitszimmer gefunden haben. Ups. Auch im weiteren Verlauf der Folge ist Hank Moody wieder der konfliktfreudige, jedem Rock hinterher jagende, geniale Schriftsteller, der von einer Peinlichkeit in die nächste stolpert, was ihm aber sympathisch egal ist, solange er seinen Spaß hat. Auch Californication zieht die Shrillness-Schraube merklich an, überdreht sie aber noch nicht, insbesondere weil am Ende der Folge Natasha McElhone wieder auftaucht und alles, was vorher an Exaltierheiten zu sehen war, mit einem Blick ihrer Uuntertassenaugen wieder ausbalanciert. So kann’s weitergehen.

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3 Gedanken zu “Start in die neue Serien-Saison: Dexter, FlashForward, Curb, Californication

  1. Danke für den Hinweis, hab den Titel mal korrigiert :-) Nein, hat mich nicht geflasht, wobei die zweite Episode schon etwas besser war, die dritte hab ich noch nicht gesehen.

  2. Bei mir wars genau andersherum: Die zweite Episode fand ich deutlich schlechter als die erste, die dritte besser als die zweite. Insgesamt fehlt mir irgendwie was greifbares: Aliens, Zeitsprünge, Naturkatastrophen. Deshalb fand ich die erste Episode zumindest unterhaltsam.

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