Fortuna Köln – Westfalia Herne 0-4 (0-0)

Eigentlich habe ich schon keine Lust mehr auf den Bericht, nachdem ich das Ergebnis gerade noch mal in die Überschrift getippt habe. Aber es muss wohl sein. Niemand soll sagen können, er habe nichts gewusst.

Sehr interessierter Beobachter

Trainer Matthias Mink setzte mal wieder auf eine neue Aufstellung, auch auf eine neue Taktik. Im Vergleich zum Spiel gegen Windeck mussten die gesperrten Beckers und Can ersetzt werden. Mink schickte die Mannschaft in einem 4-4-2 mit Raute aufs Feld: Daniel Blankenheim spielte hinter den Spitzen, Alexander Ende wieder auf der Sechs, Sascha Jagusch lief in der Innenverteidigung auf, rechts verteidigte zu Beginn Frank Schroden und Mario Schwarz rückte wieder in den Sturm, zum ersten Mal als echte Spitze, nicht als hängende.

Die Fortuna lief also wie folgt auf: Möllering – Venekamp, Marten, Jagusch, Schroden – Dahmani, Ende, Blankenheim, Glaser – Schwarz, Kruth.

Auflaufen der Mannschaften

In der ersten Halbzeit entwickelte sich eine Partie auf spielerisch zwar schwachem Niveau, aber durchaus mit Chancen auf beiden Seiten und mit gewissem Unterhaltungswert. Es ging hin und her, wenn auch selten mal mit planvollen Kombinationen. Herne kam zu einem Kopfball aus kurzer Distanz direkt in die Arme von Möllering und zu einem knallharten Schuss ans Außennetz, den mancher schon drin gesehen hatte. Fortuna brachte einen Kopfball zustande, den Herne gerade noch von der Linie kratzen konnten. Kevin Kruth schoss den Ball nach geschickter Drehung nur an den langen Pfosten. Und Sekunden vor der Halbzeit lief Mario Schwarz frei auf das gegnerische Tor zu, zögerte aber zu lange und brachte weder einen guten Schuss noch den Querpass auf Kruth zustande, der bei entschlossenerem Sprint vielleicht möglich gewesen wäre.

Unterm Strich ein gerechtes Unentschieden nach 45 Minuten, ein 1-1 oder gar 2-2 wäre auch möglich gewesen, mit etwas Glück hätte die Fortuna auch eine Führung mit in die Kabine nehmen können. Die Partie war nicht gut, insbesondere nach vorne war das Spiel beider Mannschaften regelmäßig zu unpräzise, aber immerhin erarbeitete sich auch die Fortuna Chancen, was gegen Germania Windeck das ganze Spiel über nicht gelungen war.

"Zerschlagt die Ketten des WFLV"

In der Pause entschied dann (imho) Trainer Mink das Spiel. Anstatt der Mannschaft, die immerhin deutlich besser als in den letzten Partien aufgetreten war, weiterhin das Vertrauen zu schenken und sie selbiges vielleicht auch durch ein fortgesetzt engagiertes Spiel sammeln zu lassen, wechselte Mink zwei Mal aus und stellte das System um: Sascha Jagusch ging (UPDATE: verletzungbedingt mit Leistenproblemen), für ihn rückte Frank Schroden in die Innenverteidigung. Dessen frei gewordenen Platz auf der rechten Defensivseite nahm Jan Gran ein. Mario Schwarz blieb ebenfalls in der Kabine. Für ihn kam Abdelkader Maouel, spielte allerdings hinter den Spitzen, Daniel Blankenheim rückte als zweiter Sechser neben Alex Ende, so dass nun ein 4-2-3-1 auf dem Platz stand. Ein für mich unerklärlicher Schachzug.

Acht Minuten später stand es 0-2 nach zwei schnellen, gut zu Ende kombinierten und energisch abgeschlossenen Konterspielzügen von Westfalia in der 50. und 53. Minute.

Jubel nach dem 0-2

Nun war natürlich das Selbstvertrauen endgültig weg. Die Fortuna kämpfte zwar weiter, entwickelte auch Druck, brachte aber keine wirklich gute Torchance mehr zustande. Es wirkte so, als wüssten die Spieler auch nicht mehr, was sie noch tun sollten.

In der 81. und 84. Minute gab es dann den Gnadenschuss von Herne, wieder in Form eines Doppelschlags zum 0-4. Da wirkte die Abwehr schon geistig abwesend, nicht nur als Lars Marten den Ball kurz vor dem 16er noch einmal lustig vertändelte.

0-4

Ich lege mich heute mal fest: Zwar gab es vor den Gegentoren wieder Aktionen, die man als „individuelle Fehler“ abtun könnte. Aber zwei Auswechslungen, zwei Umstellungen in der Defensive und dazu noch die Umstellung auf eine andere (übrigens defensivere) Taktik in der Pause eines Spiels, das die eigene, vorab völlig verunsicherte Mannschaft immerhin ausgeglichen gestalten konnte und in dem sie gute Torchancen hatte: Warum musste das sein? Auch die Einwechslung von Defensivspieler Furucu für Blankenheim (70.) war für mich bei einem Rückstand nicht nachvollziehbar.

Ich kann nicht belegen, dass die Umstellung die Gegentore kurz nach der Pause verursachte. Aber für mich liegt auf der Hand, dass dieses Spiel von Matthias Mink ohne besondere Not vercoacht wurde. Die Mülltonnen in der Südkurve war wohl der gleichen Meinung – und drückten ihren Unmut auf spanisch aus.

Spanische Stimmung in der Südkurve

Ich habe mich den im Fan-Forum schon lange tobenden Forderungen nach einer Trainerentlassung nie angeschlossen, und ich werde das auch jetzt nicht tun. Aber das Spiel heute hat Minks Position nicht gestärkt, denn wenigstens einen gewissen, und zwar ganz konkreten Anteil an der Niederlage muss er sich anrechnen lassen.

Herne war übrigens die schlechteste Mannschaft, die in dieser Saison ins Südstadion kam. Das Schlimmste ist: Ich fand das Spiel heute nicht mal ansatzweise so gruselig wie das in der letzten Woche gegen Windeck. Umso erschütterter war ich nach dem Match vom Ergebnis. Das Spiel hat sich nie wie ein Debakel angefühlt, aber trotzdem stünde auf der Anzeigentafel „0:4“, wenn die denn nicht kaputt wäre.

Nächste Woche ist Pokal angesagt. Bei einem Bezirksligisten. Ich habe Angst.

Alle meine Fotos vom Spiel bei Flickr.

neph hat Fotos von Trainer und Mannschaft, wie sie sich nach dem Spiel den Fans stellten.

(ohne Worte)

(ohne Worte)

(ohne Worte)

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2 Gedanken zu “Fortuna Köln – Westfalia Herne 0-4 (0-0)

  1. Burkhard Senior schreibt:

    Auch ich habe Angst ! Deshalb habe ich mich heute entschlossen, für einen Trainerwechsel zu stimmen – widerwillig, aber von der Notwendigkeit überzeugt !

    Burkhard Senior – DFC-Mitglied 145

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