Fortuna Köln – 1. FC Kleve 3-1 (1-1)

So was hat man lange nicht gesehen: Ein Heimsieg! Der Fortuna! Im Südstadion! Im siebten Anlauf hat es also endlich geklappt, der Fluch ist nun gebrochen, die Befangenheit verflogen. Und das alles, obwohl es Kleve der Fortuna keineswegs leicht machte. Aber der Reihe nach.

Matthias Mink vertraute der gleichen Formation, die letzten Sonntag in Velbert 4-0 gewonnen hatte: Hamdi Dahmani lief also als zweiter Sechser neben Alex Ende auf, Mario Schwarz bespielte den linken Flügel, Abdelkader Maouel hinter der einzigen Spitze des 4-2-3-1-Systems, Furucu und Gran verteidigten außen: Möllering – Gran, Schroden, Marten, Furucu – Dahmani, Ende – Schwarz, Maouel, Glaser – Kruth. (Ich werde das nie lernen: Listet man die Spieler von links nach recht oder umgekehrt? Gibt’s da ne Eselsbrücke?)

Auflaufen der Mannschaften

Die Partie begann relativ ausgeglichen. Und dafür, dass beide Mannschaften tief unten in der Tabelle stehen (Kleve auf 12, Fortuna auf 14), spielten sie recht entschlossen nach vorne, auch wenn das nicht immer mit der nötigen Präzision gelang. Die Taktik der Fortuna sah wohl so aus, dass nach Balleroberungen im Mittelfeld der schnelle Pass in die Tiefe gesucht werden sollte, entweder über die Flügel, oder bei Gelegenheit auch steil durch die Mitte. Kleve konzentrierte sich etwas mehr auf den Weg durch’s Zentrum, zumal auch die beiden Außenverteidiger der Fortuna heute einen guten Tag erwischten und nicht allzuviel zuließen. Besonders Furucu stand in der zweiten Halbzeit felsenfest.

Die ersten Großchance waren auf die Mannschaften verteilt: Kleve drosch einen Ball ans Außennetz, Kevin Kruth lupfte einen Ball beim Konter hoch über den Torwart, aber leider auch knapp über die Latte.

Dann der Schock: Benedikt Koep setzte sich auf halblinks gegen zwei Fortunen durch und zirkelte den Ball von der Strafraumgrenze aus an den Innenpfosten: 0-1. Sollte das denn nie aufhören?

Weißer Jubel nach dem 0-1

Kevin feuert beim Wiederanstoß an

Die Fortuna zeigte sich aber erfreulich ungeschockt, der Spielverlauf bis dahin gab auch durchaus Anlass dazu, und so kamen die Kölner schon wenige Minuten später zum Ausgleich durch Kevin Kruth (27.). Der geschlossene Mannschaftsjubel zeigte dann sowohl die Erleichterung und auch den Willen, sich nicht wieder ins Schicksal einer Heimniederlage zu ergeben.

Jubel nach dem Ausgleich

Jubel nach dem Ausgleich

Bis zur Halbzeit passierte dann nicht mehr allzuviel, nur in den allerletzten Minuten überschlugen sich die Ereignisse fast noch einmal: Fortuna vergab eine große Doppelchance mit viel Pech, als erst ein Kopfball an die Latte ging und der Torwart den Kopfball des Abprallers im Fallen mit irgendeinem Krakenarm von der Linie wischte. Im Gegenzug hatte dann Kleve noch eine ordentliche Gelegenheit, man ging aber mit 1-1 in die Pause.

Halbzeit

Nach der Pause kam die Fortuna besser auf, spielte sich erfreulich bald die Führung heraus, und das auch noch in herausragender Manier. Alex Ende spielt einen direkt weitergeleiteten, tollen langen Steilpass auf den durchstartenden Glaser, der läuft durch und passt knapp vor dem Tor in die Mitte auf den mitgelaufenen Kruth. Die Führung in der 55. Minute!

Und vier Minuten später sogar der Hattrick für Kruth nach einer Situation, bei der zu viele Spieler in meiner SIchtbahn standen, um sie klar zu erkennen. Jedenfalls jubelte wieder Kevin in Richtung Fanblock: 3-1

Jubel nach dem 3-1

Jubel nach dem 3-1

Wer nun aber gedacht hatte, dass sich Kleve nach diesem Doppelschlag vielleicht ergeben würde, der sah sich getäuscht. Es entwickelte sich ein erstaunlich offenes Spiel, dem nur weitere Tore fehlten, um zu einem Vollspektakel zu werden. Fortuna schaffte es nicht, einen der zahlreichen Konter ins Tor zu bringen, obwohl sich gleich eine Handvoll bester Gelegenheiten ergab. Kleve dagegen kombinierte weiter gefährlich kurz durch die Mitte, hatte seine beste Chance aber schon direkt nach dem 3-1 der Fortuna: In eine der immer wieder gut und scharf vor’s Tor gezogenen Standardsituation hält ein Angreifer seinen Kopf, doch an den aus wenigen Metern abgegebenen Ball bringt Christopher Möllering irgendwie noch eine Hand und lenkt ihn über die Latte. Eine extrem wichtige Parade, die fast bejubelt wurde wie ein Tor, denn ein schneller Anschlusstreffer hätte die Fortuna-Nerven vielleicht doch noch einmal flattern lassen.

Am Ende blieb es also beim Sieg für die Fortuna, der vielleicht ein Tor zu hoch ausfiel, der aber hochverdient war und letztlich dem größeren Willen und dem präziseren Spiel in die Spitze geschuldet war. Eine Einzelkritik verbietet sich heute, dafür war das Teamergebnis viel zu wichtig, das von den Spielern ausgelassen gefeiert wurde. Jedenfalls klappte in diesem Spiel mal beides: Das Spiel in die Spitze, selbst wenn die Abschlussquote noch zu niedrig war, und eine konzentrierte Abwehrarbeit, mit der die Fortuna fast immer noch eine Grätsche in den gegnerischen Spielzug bekam.

Endlich, endlich, endlich.

Jubel nach dem Spiel

Jubel nach dem Spiel

Alle meine Fotos vom Spiel auf Flickr.

Die wie immer tollen, offiziellen Spielfotos von Barbara Lehmann auf Flickr.

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Ein Gedanke zu “Fortuna Köln – 1. FC Kleve 3-1 (1-1)

  1. indigoboy schreibt:

    ich glaube das Problem ist eher – listet man eine Mannschaft mit Torwart hinten (=oben) oder vornr (=unten) – denn davon ist dann abhängig ob links rechts stehen muß oder doch links….

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