Scheitern als Chance: Die 4. Stromberg-Staffel vorab auf DVD

Das Fernsehlexikon-Blog führte gestern viele Argumente auf, warum die Veröffentlichung der kompletten neuen Stromberg-Staffel auf DVD bereits nach Ausstrahlung der ersten Folge eine gute Idee ist.

Ich möchte gerne ergänzen, dass ich es auch für das Fernsehen als einen Vorteil ansehe, wenn Filme und Serien demnächst zu großen Teilen über DVDs und VoD-Angebot verbreitet werden würden. Die verbleibenden Fernsehsender könnten und müssten sich nämlich endlich auf die Qualitäten konzentrieren, die Fernsehen generisch bietet und die DVDs eben nicht haben:

  • Aktualität, inklusive Diskussionen und Hintergrundberichten,
  • insbesondere auch Aktualität in Form des namengebenden „Fern-Sehens“, also Liveübertragungen von Sport, Parlamentssitzungen, Konzerten oder von mir aus vom Wetter,
  • Interaktion, leider inklusive Call-In-Shows,
  • seichte Zwischendurch-Unterhaltung,
  • das Schaffen von Events, wie zum Beispiel durch eine Wetten-dass- oder Schlag-den-Raab-Sendung.

Früher hatten auch Fernsehfilme den gleichen Eventcharakter, aber schon seit 30 Jahren, seit VHS bröckelte dieser Status unaufhaltsam.

Es gibt keinen dem Medium innewohnenden Grund dafür, dass Kinofilme über DVB ausgestrahlt werden sollten. Die Serie war eine Weile noch die Rettung des Erzählten im Fernsehen, aber spätestens mit der Ankunft von TiVo war klar, dass diese Zeit zu Ende gehen würde. Denn für TiVo-Besitzer hat die Originalausstrahlung kaum noch eine andere Bedeutung als die Veröffentlichung eines XML-Feeds.

Ein Fernsehen aber, das sich auf die Dinge konzentriert, die nur es selbst kann, könnte es schaffen, eine völlig neue Bedeutung zu gewinnen.

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2 Gedanken zu “Scheitern als Chance: Die 4. Stromberg-Staffel vorab auf DVD

  1. dogfood schreibt:

    Re: „Es gibt keinen dem Medium innewohnenden Grund dafür, dass Kinofilme über DVB ausgestrahlt werden sollten.“

    Doch.

    Zappen.

    Zappen und dann erstaunt an gute Filme hängen bleiben, die man sonst nie im Leben sich bewusst angesehen hätte.

    Ich kenn kein Empfehlungssystem dieser Welt (Tivo, Amazon, Apple/Genius), dass mir diesen Moment geben kann. Das schafft nur das Zappen und gute Radio-DJs.

  2. Das Argument verstehe ich, bei mir selbst ist es aber nicht so. Im Gegenteil. Voller Überraschung habe ich festgestellt, dass die sagenhaft gute US-Serie Damages schon im deutschen TV gelaufen war, bevor ich sie über Amazon-Empfehlungen (Kunden, die das gesehen haben…) im Web entdeckt, mir gesaugt und angesehen hatte.

    Und mit Microblogging (inkl. Facebook-Statusmeldungen) gibt es bereits jetzt einen konstanten Stream von Medientipps von Freunden und Bekannten, der zusammen mit hoffentlich besser, insbesondere breiter streuenden Empfehlungsmechanismen großer Medienanbieter genügen müsste, damit man immer weniger Kracher verpasst.

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