Kurz reingeschaut: Juliette Lewis im Gloria in Köln

Seit fünf Jahren ist Juliette Lewis jedes Jahr mindestens einmal in der Stadt, und noch nie hatte ich es geschafft, mir sie anzusehen, immer kam etwas dazwischen. Wahrscheinlich hatte ein gnädiges Schicksal darauf gewartet, dass sie endlich im schönsten Konzertsaal Kölns auftritt, im Gloria, wohin das Konzert aus der schlimmen Live Music Hall verlegt worden war. (Danke! Danke! Danke!) Der Grund dafür war wohl der nicht so brillant laufende Vorverkauf, tatsächlich war die Veranstaltung nicht komplett ausverkauft, größere Lücken im Publikum gab es allerdings auch nicht. Ob es an der Konkurrenz durch die Editors lag, die am selben Abend im Palladium auftraten? Oder hat Juliette Lewis durch ihre neue Platte doch ein paar Fans verschreckt, wie sie selbst etwas kokett vermutete? Ganz so straight wie die ersten Veröffentlichungen ist „Terra Incognita“ nämlich nicht, ein paar mehr gebrochene Akkorde haben sich eingeschlichen.

Juliette Lewis

Sieben Songs der neuen Platte spielte Ms. Lewis an diesem Abend, und leider keinen der ganz großen Kracher ihrer früheren Platten außer „You’re Speaking My Language“. Aber kein „20 Year Old Lover“, kein „American Boy“ oder „Seventh Sign“, kein „This I Know“.

Doch bei aller leichten Enttäuschung über die Setlist, lehrte doch gerade das: Bei Juliette Lewis geht’s nicht nur um die Musik, sondern um das Erlebnis. Dass die 36-Jährige über die Bühne wirbeln kann, weiß man, dass sie nicht still halten könnte, wenn sie’s wirklich wollte, ebenso. Aber dass das ganze keine Gymnastik ist, sondern echte Wirkung rüberbringt, das merkt man erst, wenn man im selben Saal steht wie sie. Und die kleine Stagediving-Einlage war da noch der kalkulierteste Höhepunkt (ab ca. 4:30).

Und dass das Kölner Publikum geiler sein soll als das in München und Wiesbaden? Naja, Überraschung… (Und Hamburg haben wir am Ende auch noch gekriegt.)

Letztlich lernt man bei einem Juliette-Lewis-Konzert aber vor allem eins: Dass man geboren ist, um am Leben zu sein, wie sie vor ihrem Auftritt bei schon abgedunkeltem Saallicht laut über die Boxen mitteilen lässt. (Übrigens ein Song, der ohne Video doch irgendwie cooler wirkt.)

Am Ende war’s eine lohnende Investition. Gut gerockt wankt man nach Hause und freut sich schon auf’s nächste Mal.

Juliette Lewis

Juliette Lewis

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