MSV Duisburg II – Fortuna Köln 2-3

Heute nur ein kurzer Bericht, da ich das Spiel gestern lediglich im Livestream auf der Arbeit verfolgen konnte.

Gucksituation
Gucksituation

Matthias Mink hatte wieder ein 4-2-3-1 aufgestellt, allerdings war etwas überraschend Cengiz Can für Kevin Kruth auf die einzige Stürmerposition gerutscht, obwohl Kevin in den letzten Wochen sehr verlässlich getroffen hatte. Ansonsten lief das Team der letzten Wochen auf, also: Möllering – Venekamp, Schroden, Marten, Furucu – Ende, Dahmani – Schwarz, Maouel, Glaser – Can.

Duisburg II, verstärkt um den Profi-Rekonvaleszenten Tobias Willi, spielte der der Fortuna in die Karten, indem sie das Spiel zu machen versuchten. Das gelang der Mannschaft in Sachen Ballbesitz zwar auch, allerdings war die Defensiveinstellung der Fortuna gestern erfreulich giftig, man eroberte Mal um Mal erfolgreich den Ball und spielte dann sehr schnell nach vorne. Es ergaben sich fast zahllose gute Tormöglichkeiten, die schon früher als in der 43. Minute hätten genutzt werden können, sogar müssen. Es fehlte aber am allerletzten Zug zum Tor, am letzten Pass und ein bisschen auch am Willen zum Abschluss. Kurz vor der Pause war aber endlich Hamdi Dahmani frei vor der Kiste und netzte souverän ein.

Mit dem  1-0 ging es in die Pause, aus der die Fortuna etwas unsortiert kam und nach wenigen Minuten in der Folge eines Eckballs prompt den Ausgleich kassierte.

Es schien jedoch, als hätte die Mannschaft nur zwei Dinge gebraucht: diesen Weckruf  – und einen sagenhaft treffsicher aufgelegten Alexander Ende. Sein erstes Tor erzielte er in der 56. Minute: Einen von links flach an die Strafraumgrenze gespielten Eckball drosch er direkt und mit dem Außenrist in den rechten oberen Knick. Doch wer hier, nicht ganz weit hergeholt, schon „Tor des Jahres“ gejubelt hatte, wie Burkhard Mathiak DFC-Live-Ticker, der ahnte nicht, was noch kommen sollte.

Denn zehn Minuten später eroberte Ende, sonst nicht immer der stärkste Defensivzweikämpfer, den Ball an der Mittellinie, als der MSV gerade sein Spiel aufbauen wollten. Und anstatt den Ball wie sonst schnell in die Spitze zu passen, lief Ende noch ein paar Schritte und zog aus 45 Metern einfach direkt ab: Der Ball beschrieb einen traumhaften Bogen durch den Duisburger Nachmittagshimmel, überflog den verzweifelt ins Leere hechtenden Keeper und schlug genau unter der Latte ins Netz ein: 3-1-Führung für die Fortuna. Das war dann wirklich und endgültig das Tor des Jahres!

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Tor des Monats – Sportschau – Alex Ende from Fortuna Köln on Vimeo.

In der Folge ließ die Mannschaft es etwas ruhiger angehen; Duisburg kam zu kleineren Chancen, die aber spätestens der gut aufgelegte Möllering allesamt zunichte macht. Erst in den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse noch einmal: Venekamp musste in der 86. mit Gelb-Rot vom Platz, und vier Minuten später gelang Duisburg noch einmal der Anschluss. Die Fortuna konnte die Nachspielzeit allerdings mit ein paar Entlastungsangriffen recht gut runterspielen, wirklich kritische Situationen entstanden nicht mehr. Ganz am Ende verlor der Duisburger Torwart noch die Nerven und sah glatt Rot. Egal, der Schlusspfiff kam Sekunden später.

Das war gestern eine extrem geschlossene Mannschaftsleistung der Fortuna, deren Kontertaktik voll aufging. Es zeigte sich wieder einmal, dass die Truppe mit jeder anderen in der NRW-Liga mithalten und sogar beim bis dahin heimstärksten Team der Liga verdient gewinnen kann. Umso spannender wird es zu beobachten sein, wie die Mannschaft am kommenden Sonntag zuhause gegen den Tabellenvorletzten aus Schermbeck auftreten wird, denn gerade gegen die schwachen und defensiven Gegner tat sie sich bislang sehr schwer. Auch für Matthias Mink, nach den letzten beiden Niederlagen im Pokal und in der Liga massiv in der Kritik, wird es die letzte Gelegenheit sein, um vor der DFC-Abstimmung über seine Entlassung noch einmal Punkte zu sammeln – nicht nur für die Liga. Jedenfalls kann man nach dem gestrigen Spiel sagen, dass die Mannschaft nicht, wie von manchem prognostiziert, nach zwei Niederlagen wieder zusammenfällt, sondern nach einem Saisontiefpunkt sofort wieder eine absolute Topleistung abrufen kann. Und auch taktisch war das eine sehr gute Leistung, die von der Mannschaft bis auf eine zehn Minuten lange Phase nach der Pause konzentriert auf den Rasen gebracht wurde.

P.S.: Die Fotos des Spiels von palim auf Flickr.

P.P.S.: Die Fotos von neph auf Flickr.

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