Kurz reingeschaut: OK Go in der Werkstatt, Köln

Die wollen doch nur spielen! OK Go kennt jeder aufrechte Internetznutzer: Das sind die mit dem Laufbandvideo. Wer so ein Video macht, der hat mit Sicherheit keine Hemmungen, seine Kunden unterhalten zu wollen, dachte ich mir, als ich die Tickets für die Kölner Show besorgte. Nett anzuhörenden Powerpop machen die vier auch noch, kann also nicht viel schief gehen. Ging auch nicht. Und wenn das Konzert auch kein besonderes Highlight meines Lebens war, so war es doch guter, sauberer Spaß.

Viele Besucher hatten sich in der Werkstatt nicht eingefunden, der Laden war rund zu einem Drittel, maximal zur Hälfte gefüllt. Die, die gekommen waren, gehörten zu unterschiedlichen Stämmen: Da waren zum einen (für mich) überraschend viele Teenie-Mädchen mit ihren Slacker-Begleitern, und zum anderen standen ältere Rockgucker wie ich im Saal rum, allerdings deutlich in der Minderzahl. Der schwache Besuch mag auch daran gelegen haben, dass die neue Platte von OK Go in Deutschland noch gar nicht erschienen ist. Alleine das kann’s aber auch nicht erklären. Sind ja auch einfach nicht solche Giganten.

Die vier aus Chicago eröffneten jedenfalls mit „White Knuckles“, einem Song von der neuen Platte (Bittorrent-Nutzer wissen mehr), danach ging es in einem kleinen Galopp durch verschiedene Stücke bis hin zu „Here it goes“, dem großen Laufbandhit. Anschließend begann die Show aber erst so richtig, sie drohte auch gerade etwas langweilig, wenigstens sehr nullachtfuffzehn zu werden. Doch dann legten die Kameraden alle Instrumente ab, trugen einen Tisch mit Handglocken auf die Bühne und spielten das ohnehin sehr schöne „What To Do“ tatsächlich in einer akustischen Handglocken-Version. Die Nummer haben sie zwar wohl schon länger drauf, aber sie war deswegen kein bisschen mindergeil. (Video von einem anderen Konzert)

Direkt anschließend ließ Frontmann Damian Kulash die Hauslichter anschalten, checkte die Lage im Saal und freute sich, dass nur wenige Besucher da waren – denn das gab ihm den Raum, mit Mikro und Gitarre in den Saal hinabzusteigen, die Zuschauer in einem großen Kreis um sich zu versammeln und akustisch (wenn auch verstärkt) „Last Leaf“ zum besten zu geben. Ein schönes Bild, ein schöner Moment!

Anschließend gab’s noch ein paar Songs, die Band verließ die Bühne und kam zurück, um sich (nach der Zurschaustellung ihrer recht coolen LED-Jacketts) für die Zugabe mit weißemm langhaarigem Plüsch bemäntelte Gitarren umzuhängen, an deren Hälsen noch je drei Laserpointer montiert waren, die durch den sanft vernebelten Saal leuchteten.

Die allergrößte Band der Welt sind OK Go nicht. Aber sie wissen, dass ein Livekonzert keine CD-Reproduktion ist. Und das ist mehr, als manch andere Band von sich sagen kann. Ein unterhaltsamer Abend!

OK Go

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