Das weitere Verschwinden der Kindheit

Via fefe ihm sein Blog erreicht uns der Hinweis auf die folgende heise-Meldung: „Verbraucherschützer gehen gegen Kinder-Websites vor„. Daraus folgendes Zitat:

Der Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft und des Deutschen Werberates, Volker Nickel, hält die Aufregung um Kinderwerbung für übertrieben. […] Wer Kinderwerbung dämonisiere, stelle die Jüngsten als naiv dar.

Na, dann schlagen wir doch mal nach: Stichwort Naivität.

Naivität bzw. Blauäugigkeit (zugehöriges Adjektiv naiv, von Französisch „naïf“, kindlich, ursprünglich, einfältig, harmlos, töricht)

Nee, also echt, Kinder als naiv darstellen, wo da Wort sogar „kindlich“ bedeutet? Gemein!

Mal im Ernst: Selbst wenn der Klops nicht schon wegen der offensichtlichen Inkompetenz Volker Nickels im Gebrauch gängigster Fremdworte erkennbar wäre, so wäre es doch nicht minder pervers, wie Nickel den Kindern ihr Wesen nehmen möchte, um bessere Geschäfte zu machen. Wer Kindern eine ihrer markantesten Eigenschaften absprechen will, nämlich naiv im Sinne von „ursprünglich“ zu sein, wer sie also zu kleinen Erwachsenen machen möchte, der versündigt sich an der Gesellschaft. Nicht mehr, nicht weniger.

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2 Gedanken zu “Das weitere Verschwinden der Kindheit

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