Kurz reingeschaut: Girls in der Werkstatt in Köln

Ein seltsamer Auftritt. Die Girls kommen aus San Franciso, und den kalifornischen Sound hört man aus jeder Note, aus jedem Song, den sie spielen; insbesondere die Beach-Boys-Anklänge sind unverkennbar. Der Sound ist poppig, immer leicht surfig verhallt, aber letztlich doch gefällig.

Umso überraschender ist es, wenn der Sänger die Bühne betritt, und seine Haare im wilden 80er-Soft-Metal-Stil trägt, lang, leicht zottelig, einen deutlichen Scheitel weit auf einer Kopfseite. Dazu dann dünne, tätowierte Arme. Sieht erst mal cool aus und weckt Erwartungen – die die Band leider zu keiner Sekunde erfüllt. Das ist alles viel zu brav, die Songs werden lieb runtergespielt, nicht mal besonders emotional, wenn auch technisch sauber und gut gesungen. Auch am Tempo ändert sich nix: Alles Midtempo-Geschrammel, keine Variation in Sicht über viele Strandmeilen. Nach jedem Song gibt es dann ein schüchternes und leises „Thank you“, nächster Titel.

Fast jeder Song der Girls hat das Potenzial zu einer ganz großen Hymne. Aber die Präsentation lässt sowas von zu wünschen übrig, dass es schon weh tut. Und dass ich das mal über ein Konzert sagen muss: Nicht mal die Lautstärke stimmte. Ich freue mich wirklich, wenn der Mischer dir nicht die Ohren bluten lässt. Aber dass man sich während eines Konzerts normaler Zimmerlautstärke unterhalten kann, das geht dann doch auch auf Kosten der Emphase.

Schade, liebe Girls, das hätte so viel sein können, aber das war am Ende leider fast nix außer nett. Bitte kommt wieder, wenn ihr ein bisschen mehr vor dem Spiegel geübt habt und wenn euer Mischer die 10 auf den Reglern nicht nur während eurer völlig unpassenden Feedbackorgie findet. Bis dahin höre ich lieber weiter eure wirklich schöne Platte und hoffe, dass die Apples in Stereo mal vorbei kommen.

Girls

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