Fortuna Köln – Germania Windeck 3-0 (1-0)

Ein schöner Tag, eine gelungene Revanche für die deprimierendste Niederlage der Hinrunde, ein letzter, klitzekleiner Schimmer am Aufstiegshimmel – und auch für Fortuna-Trainer Mink hatte die Partie einen Triumph parat.

Südstadion

Im Fortuna-Fan-Forum wird Matthias Mink nämlich immer wieder ironisch als „Taktikfuchs“ bespöttelt. Die Fans kritisieren seine angeblich zu defensive Spielweise und sein Festhalten am 4-2-3-1-System. Im Spiel gegen den Tabellenzweiten von Germania Windeck, für das ihm mit Cengiz Can (sechwöchige Rotsperre) und Abdelkader Maouel (verletzt) zudem noch zwei der wichtigsten Offensivkräfte fehlten, baute Mink die Mannschaft taktisch um: Frank Schroden, sonst fest gesetzter Innenverteidiger, rückte auf eine Position vor der Abwehr. Dort stand er dann neben Alex Ende und Nico Schmied, so dass die Fortuna in der Rückwärtsbewegung in einem 4-3-2-1-Tannenbaum formiert war. Bei Ballbesitz entpuppten sich Schmied und Ende dann aber eher als 8er denn als 6er und schalteten sich variabel mit in die Angriffe ein, so dass sich ein 4-2-3-1 oder gar 4-1-4-1 ergab.

Die Aufstellung: Möllering – Venekamp, Marten, Jagusch, Beckers – Schroden, Schmied, Ende – Dahmani, Glaser – Kruth.

Auflaufen der Mannschaften

Diese taktisch ausgefuchste Maßnahme hatte tatsächlich durchschlagenden Erfolg, zumal auch die Spieler, nach einem debakulösen 0-2 in Speldorf, wieder dieselbe Einsatzfreude an den Tag legten, wie ich sie noch in Aachen persönlich beobachten konnte. Fortuna stellte die Räume in der Defensive geschickt zu, ging mit fairem aber entschlossenem Körpereinsatz in die Zweikämpfe, konnte sich so immer wieder den Ball erobern und wusste mit dem in Person von Hamdi Dahmani (heute wieder auf dem linken Flügel), Alex Ende, Nico Schmied und natürlich Käptn Glaser einiges anzufangen.

In der 18. Minute gab es dann schon den Lohn: Ende auf Dahmani, der dribbelt sich in den Strafraum und schiebt aus spitzem Winkel von links zum 1-0 ein.

Jubel nach dem 1-0

Die Führung kam zwar etwas plötzlich, aber nicht unverdient, denn Windeck hatte zwar mehr vom Spiel gehabt, die Fortuna wirkte aber zielstrebiger und durchschlagskräftiger. Windeck hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Torchance herausspielen können.

Fünf Minuten später wäre es dann allerdings fast so weit gewesen, als ein Freistoß aus rund 25 Metern nur wenige Zentimeter am Pfosten des Möllering-Tors vorbei pfoff. Das sollte es bis zur Pause dann aber auch bereits gewesen sein vom Ligazweiten. Die Fortuna dagegen spielte weiter gut nach vorne, konnte sich zwar auch keine ganz klaren Chancen mehr herauskombinieren, wurde bei ihren Versuchen aber auch ein um’s andere Mal von den Windecker Spielern unfair gestoppt.

Ende verletzt

Glaser verletzt

Nico "Dieter" Schmied

Nachkarten gilt doch

Zur Pause war das 1-0 ein gerechter Spielstand, von der Germania kam einfach viel zu wenig.

Halbzeit

Nach der Pause änderte sich das Spielgeschehen, aus Sicht der Fortuna: erfreulicherweise, nicht. Windeck daddelte mit dem Ball rum, die Fortuna hingegen hatte die guten Aktionen, die beste davon in der 56. Minute: Lars Marten macht am Strafraum einen schnellen Schritt vor seinen Gegenspieler, fängt den Windecker Angriff ab, spielt kurz auf Hamdi Dahmani, der läuft auf links bis in die gegnerische Hälfte. Kevin Kruth startet und zieht die Abwehr nach hinten, aber Dahmani spielt durch den so geschaffenen Raum quer in die Mitte auf Ende, der sofort weiter auf den anderen Flügel zu Glaser passt. Glaser läuft bis zur Grundlinie durch und flankt auf den mittig durchgestarteten Ende, der mit dem Kopf zum 2-0 vollendet. Ein echtes Traumtor, allersaubersten herauskombiniert und wie selbstverständlich abgeschlossen.

Jubel nach dem 2-0

Bis zum entscheidenden dritten Tor der Fortuna konnten die Ex-Dackelfelder wieder keine vielversprechenden Chancen generieren. Und so durfte Hamdi Dahmani in der 72. Minute bei einem eigentlich ungefährlich scheinenden Konter hoch und weit auf den Elfmeterpunkt flanken, wohin Kevin Kruth von allen Verteidigern unbeobachtet durchgestartet war und kraftvoll einköpfen konnte.

Jubel nach dem 3-0

Jubel nach dem 3-0

Erst jetzt, als bei Fortuna die Konzentration möglicherweise leicht nachließ, kam Windeck zu der ein oder anderen Chance. Die größte davon machte Christopher Möllering in der 79. Minute zunichte, als er einen Ball aus kurzer Distanz mit einem Reflex noch über die Latte lenken konnte.

Mölle sicher

Bis zum Schlusspfiff geschah dann nichts Entscheidendes mehr, und die Fortuna fuhr einen sogar in der Höhe verdienten 3-0-Sieg gegen eine der normal besseren Mannschaften der Liga ein, indem sie eine taktisch geschickte Aufstellung mit Kampfkraft und Spielfreude zum Leben erweckte. Dass die Germania vermutlich auch nicht ihren besten Tag erwischt hatte, soll diese Leistung nicht schmälern. Am Schluss gab es den Dank der Fans und mit Sicherheit eine der schöneren Erinnerungen im Fußballerleben aller Kölner Beteiligten.

Jubel nach dem Spiel

Jubel nach dem Spiel

Jubel nach dem Spiel

Jubel nach dem Spiel

Torschützenfoto

Torverhindererfoto

Sonne über dem Südstadion

P.S: Alle meine Fotos vom Spiel auf Flickr.

Und die offiziellen Fotos von palim auf Flickr.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Fortuna Köln – Germania Windeck 3-0 (1-0)

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s