Usability: Lieber wie immer als noch besser

Die Deutsche Bank hat bereits vor vielen Monaten das Interface ihres Online-Bankings überholt, möglicherweise schon vor mehr als einem Jahr. Dabei gab es auch eine Optimierung, die sich selbst nach langer Benutzung viel mehr als Usability-Falle herausstellt denn als Verbesserung.

Login-Maske auf deutsche-bank.de

Um sich bei der Deutschen Bank einzuloggen muss man vier Zahlen angeben, wie oben zu sehen: Filiale, Konto, Unterkonto (mit dem Standardwert vorausgefüllt) und die PIN. Alle Zahlen haben eine fixe Zahl von Ziffern.

Seit der Überarbeitung ist es nun so, dass der Cursor automatisch ins nächste Feld springt, wenn man die notwendige Zahl von Ziffern eingegeben hat. Nachdem man also z.B. drei Ziffern ins Filial-Feld eingegeben hat, springt der Cursor automatisch ins Konto-Feld.

Das klingt erst mal praktisch, und man kennt es beispielsweise von der Eingabe von 24-stellligen alphanumerischen Softwarelizenzschlüsseln. In der Praxis, in der ich alle paar Tage mal auf mein Konto schaue, bin ich es aber gewohnt, mit der Tab-Taste von einem Formularfeld zum nächsten zu springen. Überall im Web ist es so, dass ich irgendwie aktiv quittieren muss, wenn ich ein Feld ausgefüllt habe und im nächsten fortfahren möchte.

Also gebe ich bei der Deutschen Bank drei Ziffern ins Filialfeld ein, drücke routinemäßig Tab – und versuche, meine Kontonummer ins Unterkontofeld einzugeben. Jedes Mal.

Manchmal ist es eben doch besser, wenn etwas einfach so funktioniert, wie es immer und überall funktioniert, als wenn eine Optimierung die Gewohnheit bricht.

Im übrigen ist es auch gedanklich/konzeptionell ein Unterschied, ob ich einen Lizenzschlüssel eingebe, der für mich eine einzige Einheit darstellt, eben den Lizenzschlüssel,auch wenn er sich aus Blöcken zu vier Zeichen zusammensetzt – oder ob ich vier verschiedene Zahlen eingebe, die mir zwar erst zusammen den Zugang ermöglichen, die aber erkennbar und benanntermaßen unterschiedliche Einheiten sind.

Und zu zu allem Überfluss ist es auch noch so, dass das Feld mit der Unterkontonummer ja vorausgefüllt ist, also keine Eingabe erwartet, so dass man hier also nicht etwa zwei Zffern eingeben muss – sondern Tab drücken muss, um zum nächsten Feld zu kommen. Einfach nur schlecht.

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Ein Gedanke zu “Usability: Lieber wie immer als noch besser

  1. Lo Pass schreibt:

    Außerdem funktionieren Auto-Vervollständigen im Login-Screen und im Feld Empfänger des Überweisungsformulars nicht mehr. Im Login-Screen mögen das ja Sicherheitserwägungen sein, im Überweisungsformular verstehe ich es nicht ganz.

    Außerdem wird man jetzt nach dem Login mit Produktwerbung genervt. Interessanterweise nicht in der englischen Variante, die nach unklaren Kriterien erscheint (englischsprachiger Firefox?!).

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