Fortuna Köln – SpVgg Erkenschwick 4-0

Ein Pflichtsieg, sogar ein deutlicher, aus dem ich nicht schlau werde, dafür fiel er am Ende nämlich zu leicht, und war zu Beginn doch lange nicht in Sicht.

Eingang zum Südstadion

Matthias Mink hatte bei wunderschönem Herbstwetter diese Mannschaft aufgeboten: Sela – Venekamp, Schäfer, Habl, Bartsch – Schroden, Dahmani – Glaser, Heber, Ouedraogo – Montabell. Also sollte es auch gegen den Aufstieger, der nach neun sieglosen Spielen erst das letzte wieder gewonnen hatte, das altgewohnte 4-2-3-1 sein.

Die Mannschaften

Das Spiel begann extrem zäh. Die Fortuna hatte zwar den Ball, konnte mit ihm aber nichts anfangen. Immer wieder wurden steile Anspiele auf den linken Flügel versucht, wo Ouedraogo startete, aber auch ein ums andere Mal vom Assistenten zurückgewunken wurde. Wenn der Abseitswächter auf dieser Seite des Spielfelds in seinen Entscheidungen genauso sicher war wie der auf meiner, dann kann man dabei zwar von 50% Fehlentscheidungen ausgehen, aber letztlich gelang der Fortuna eine halbe Stunde lang rein gar nichts gegen einen Gegner, der bis zur Mitleidsgrenze hüftsteif und harmlos war.

Stirnband 1

Stirnband 2

War doch nicht so schlimm

Dann ein erneuter Antritt von Ouedraogo, ein Erkenschwicker stellt ihm am Strafraumeck so offensichtlich wie unnötig ein Bein: Elfmeter. Hamdi Dahmani tritt an – und schiebt den Ball lässig in die Mitte der Hälfte des Tors, in die der Torwart immer zu springen angedeutet hatte. Gehalten.

Fortuna Köln - SpVgg Erkenschwick

Es hätte zu einigen der letzten Heimspiele gepasst, wenn nun der Gegner einen glücklichen Treffer erzielt hätte. Doch mit Torgefahr konnte Erkenschwick an diesem Nachmittag wirklich zu keiner Zeit dienen. Also durfte Hamdi seinen Fehler zehn Minuten nach dem Strafstoß wiedergutmachen: Ein Eckball der Fortuna wird abgewehrt, Nachschussversuch aus dem Hintergrund, der Ball flippert zwischen zwei Spieler hin und her und fällt Damhani vor die Füße, der nur noch am Torwart vorbeischießen muss: 1-0 mit der ersten Chance aus dem Spiel heraus.

Jubel nach dem 1-0

Und nur drei Minuten später gleich das 2-0, als Tibor Heber bei einem schnellen Gegenstoß den Ball überlegt aus rund 14 Metern ins Tor lupft. Endlich sein erstes Tor für die Fortuna!

Jubel nach dem 2-0

Keine besonderen Ereignisse mehr bis zur Pause, aus der die Erkenschwicker Spieler und Fans erkennbar geknickt zurückkamen: Der Doppelschlag hatte seine Wirkung getan, und wenn man schon vorher den Eindruck gehabt hatte, Erkenschwick könne sowieso nicht gewinnen, dann war nun bloß noch die Höhe des Siegs das Thema.

Erkenschwicker Vorüberlegungen zur 2. Halbzeit

Erkenschwicker Vorüberlegungen zur 2. Halbzeit

20 Minuten nach Wiederanpfiff machte Heber mit seinem zweiten Tor endgültig den Deckel auf das Spiel, als er eine Hereingabe von Montabell zum 3-0 einnetzte.

Jubel nach dem 3-0

Montabell selbst umkurvte dann wiederum zehn Minuten später sehr überlegt den Torwart, nachdem er steil geschickt worden war, und schob kühl ein.

Fortuna Köln - SpVgg Erkenschwick

Und doch muss ich Montabell kritisieren, denn in der Schlussphase hätte er gleich zwei Mal bei Kontersituationen auf den eingewechselten Ouro-Akpo legen müssen, der erkennbar besser stand als er. Beide Male schoss er lieber selbst, einmal vorbei, einmal zu schwach. Das war wenig mannschaftsdienlich und hätte die Zuschauer bei anderem Spielstand wohl zu deutlicheren Äußerungen ihrer Unzufriedenheit gezwungen. Schon in der ersten Halbzeit hatte Montabell ein paar Angriffskombinationen mit ganz schwachen Pässen beendet. Wenn er am Ende trifft, muss man ielleicht zufrieden sein. Aber von einem Spieler, der mal Bundesliga-Ambitionen hatte, erwarte ich eigentlich mehr.

Montabell schießt statt abzuspielen

Insgesamt war es eine mäßige Leistung der Fortuna gegen einen Gegner, der ihr nichts abverlangte und nach der Pause endgültig aufgegeben hatte. In dieser Verfassung ist Erkenschwick nicht reif für die NRW-Liga.

Aus der Kölner Mannschaft muss man Tibor Heber und Alassane Ouedraogo hervorheben, die das Offensivspiel der Fortuna mit ihrem Einsatz ankurbelten und immer anspielbereit waren. Heber hätte um ein Haar sogar noch einen Kopfballtreffer erzielt, was ihm sonst wahrscheinlich nur im Spiel gegen eine Bambini-Auswahl gelingen kann.

Unter dem Schnitt lag leider wieder Stephan Glaser, dem in den letzten Wochen sehr wenig gelingt. Einen Alleingang noch in der ersten Halbzeit, als er zentral steil geschickt worden war und auf das Erkenschwicker Tor zulaufen konnte, verstolperte er kläglich. Seine Flanken kamen nicht an. Und auch Maycoll Canizales-Smith konnte nach seiner Einwechslung nicht zeigen, warum er vor der Saison so hoch gehandelt wurde: Keine nennenswerte Aktion und ein paar ganz schwache Flanken: uneffektiv.

Insgesamt war dieser Gegner kein Maßstab, aber immerhin wurde er deutlich geschlagen. Das hatte gegen Bergisch-Gladbach noch anders ausgesehen.

Die wahren Meßlatten kommen an den nächsten beiden Spieltagen: In Bonn gegen Windeck und dann zuhause gegen die Sportfreunde Siegen. Dann wird die Mannschaft der Fortuna zeigen müssen, ob sie nach den sieglosen Spielen gegen ETB, MSV II, Aachen II und Velbert zum ersten Mal in dieser Saison gegen einen guten Gegner gewinnen kann. Es wird notwendig sein, solange der Aufstieg das Ziel bleibt.

Enttäuschung

Enttäuschung

Jubel nach dem Spiel

Jubel nach dem Spiel

Jubel nach dem Spiel

Advertisements

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s