Fortuna Köln – SSVg Velbert 4-1

Endlich, endlich mal wieder lieferte der SC Fortuna Köln gegen einen respektablen Gegner ein gutes Heimspiel. Und wenn der Sieg vor nur rund 300 oder 400 Zuschauern auch etwas zu hoch ausfiel, so war er letztlich doch hochverdient.

Wenig Andrang

Dee Tribüne kurz vor dem Anpfiff

In der Aufstellung fiel zunächst die Nicht-Berücksichtigung von Zweitligaveteran Moussa Ouattara in der Innenverteidigung auf, statt seiner lief Frank Schroden auf. Ouattara hatte in den letzten Tagen wegen der Geburt seiner Tochter weniger trainiert. Schrodens Platz im defensiven Mittelfeld besetzte (endlich mal) Hamdi Dahmani, der allerdings mehr als Achter denn als zweiter Sechser agierte und sich oft in die Angriffe einschaltete. In der Offensive stellte Matthias Mink wieder auf Fabian Montabell als einzige Sturmspitze um, nachdem der in den letzten Spielen noch von Abdou-Nassirou Ouro-Akpo unterstützt worden war. Das war natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass Tibor Heber wieder fit war und im 4-2-3-1 seinen Platz auf der 10 einnehmen konnte. Die Aufstellung: Sela – Furucu, Schroden, Schäfer, Caspers – Ende, Dahmani – Glaser, Heber, Canizales-Smith – Montabell.

Die Mannschaften

Zunächst schien es, als sollte das Spiel laufen, wie zuletzt viele der Fortuna: Die war durchaus feldüberlegen, bemühte sich auch um das Spiel nach vorne, allerdings misslang der letzte Pass oder der Abschluss. Prototypisch agierte Maycoll Canizales: Technisch gut, immer wieder mit schönen Ballannahmen und Dribblings – aber seine Flanken bleiben unzureichend. Als er nach einer halben Stunde alleine auf den Velberter Torwart zulaufen konnte, entschied er sich für einen halben Lupfer und einen halben Querpass, jedenfalls einen Ball, den ein blauer Verteidiger leicht wegschlagen konnte. Ein entschlossener Schuss wäre die einzig richtige Lösung gewesen.

Velbert dagegen wirkte bei seinen seltenen Angriffen etwas zielstrebiger und hätte bereits nach fünf Minuten in Führung gehen können, als ein schöner Schlenzer von der Strafraumgrenze die Latte traf.

Die Führung für die Fortuna fiel dann so, wie sie wohl nur fallen konnte: Mit etwas Glück. Eine Flanke von Tevfik Furucu, als Ball kaum noch gefährlich war, geriet eigentlich zu hoch und zu weit. Der Velberter Verteidiger verschätzte sich, so dass Fabian Montabell im Rückwärtsfallen, durchaus gekonnt und vor allem gewollt, einen Kopfball-Lupfer gegen die Laufrichtung des Torwarts einnetzen konnte.

Jubel nach dem 1-0 durch Montabell

Jubel nach dem 1-0 durch Montabell

Nur gut fünf Minuten später zeigte dann Hamdi Dahmani, wie man es macht, wenn man nur noch den Keeper vor sich hat: Von Tibor Heber mit einer kurzen Verlängerung mit der Hacke durch die hoch stehende Velberter Abwehr geschickt zog er trocken ab, und der Ball schlug mittig im Netz ein: 2-0.

Jubel nach dem 2-0 durch Hamdi

Kurz zuvor hatte allerdings Velbert noch die Chance zum Ausgleich gehabt: Einen Kopfball aus sieben Metern pariertere Jonas Sela jedoch mit all seiner Ruhe und Reaktionsschnelligkeit.

So ging es also mit einer beruhigenden Führung in die Pause, und die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: Velbert schien fast schon aufgegeben zu haben, die Fortuna hatte durch die Führung Sicherheit gewonnen, kontrollierte jetzt Ball und Gegner. In der 72. Minute die Entscheidung: Nach einem Eckball köpfte wiederum Dahmani aufs Tor, und der Ball wurde laut Linienrichter erst hinter der Linie abgewehrt.

Nach dem zwischenzeitlichen 3-1 durch einen sehr schönen Schuss von Yilmaz aus 18 Metern machte Alassane Ouedraogo in der 85. Minute den Deckel auf das Spiel, als er den Ball aus kurzer Distanz ins Tor schieben konnte.

Jubel in der Südstadt: 4-1

Am Ende steht also ein Sieg für Köln, der unbedingt verdient war, weil Velbert nie zu seinem Spiel fand und seine zwei sehr guten Chancen in der ersten Halbzeit nicht verwerten konnte, während die Fortuna aus ihren vier Gelegenheiten  zwei Tore machte und damit den Gegner vorentscheidend anknockte.

Meine Spieler des Tages waren heute Hamdi Dahmani, der nicht nur zwei Tore erzielte sondern in der Zentrale des Kölner Spiels für Druck nach vorne sorgte, der sehr fleißige Fabian Montabell und Tevfik Furucu, der in der Defensive eine entschlossene Leistung bot.

Die Fortuna hat, nachdem RWE sich am Freitag ein überraschendes Unentschieden gegen Rhynern leistete, nun 15 Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz bei einem absolvierten Spiel weniger. Die Chancen auf den Aufstieg sind also ungefähr so gut wie die des FC Bayern auf die Deutsche Meisterschaft.

Traurige Verlierer

Zufriedene Fortunen

Zufriedene Fortunen

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5 Gedanken zu “Fortuna Köln – SSVg Velbert 4-1

  1. Hogie schreibt:

    Ich habe durch Heber auch gedacht, dass wir im 4 2 3 1 spielen, habe mich dann aber immer gewundert, warum Damani vor ende steht und heber nicht weiter vorne…

    Die Fortuna hat im 4 1 4 1 gespielt. Das wurde auch so im ticker erwähnt und passte zu dem, was man auf dem platz sah…

  2. vonjott schreibt:

    4 1 4 1, 4 2 3 1, wovon redet ihr? die jungs haben doch keinen walzer getanzt! *g* hauptsache, 3-1 gewonnen ;-)

    @ hogie: stand im ticker schon mal irgendwann was relevantes? ;-)

    furucu ist ne coole sau, völlig ungerechtfertigt die gelbe karte für ihn. hat doch nur den ball gespielt! *g* er war gestern für mich der spieler mit dem höchsten unterhaltungswert. allein dieser trick, wo er versehentlich den velberter anspielte und der verdutzt (oder ängstlich) den ball gar nicht wollte und tevfik weiter durchmarschierte…
    für hamdi hat’s mich sehr gefreut. und canizalez smith begeistert mich auch immer wieder. wenn da keiner ist, den er anspielen kann, dann klappt der abschluss nur leider nicht.

  3. @ Hogie:
    4-1-4-1 kann auch sein, auf die Idee bin ich zugegeben nicht gekommen. Ich schau’s mir im Video noch mal an. Auf Burkhards Taktikerläuterungen würde ich allerdings nichts geben, der hat uns auch schon ein System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern als 4-3-3 zu verkaufen versucht.

    @ vonjott:
    Canizales-Smith braucht Flankentraining. Dribbeln kann er, flanken oder auch nur querpassen nicht. Ein DFC-Mitglied hat für ihn bislang eine Torvorbereitung in der Saison gezählt. Das ist für 1.300 Minuten Spielzeit in 18 Spielen ein bisschen wenig für einen Flügelspieler.
    Hamdi würde ich sowieso häufiger bringen. Der ist einfach gut, durchsetzungsfähig, so ein Ballack-Typ in freundlich.

  4. vonjott schreibt:

    hamdi ein ballack-typ?? hamdi ist aber doch viel stylisher und kann außerdem fußball. maycoll ist super, der kann besser flanken als wie fronck!

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